Glasfaser-Rekord: 260 Gigabaud über eine Farbe

Flotte Anschlüsse in Masse benötigen ein flottes Backbone-Netz. Keysight und Nokia Bell Labs zeigen: Es gibt noch Luft nach oben.

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Keysights Arbiträr-Signalgenerator M8199B erzeugt bis zu 260 Gigasamples pro Sekunde auf bis zu 80 GHz Bandbreite. Er ist Kernbestandteil des Glasfaser-Rekords.

(Bild: Keysight)

Von
  • Andrijan Möcker

Mit dem voranschreitenden Glasfaserausbau steigen die Datenraten der Internetanschlüsse sowohl in Unternehmen als auch in privaten Häusern und Wohnungen. Doch ohne flotte Backbone-Netze, die die Daten ohne Stau zwischen Internetknotenpunkten und Rechenzentren transportieren, hat man davon nicht viel. Deshalb läuft gleichzeitig das Rennen um die höchste Datenrate auf vorhandener Infrastruktur.

Der Messgerätehersteller Keysight und das Forschungsunternehmen Nokia Bell Laboratories haben nun einen neuen Rekord aufgestellt: Das Duo erreichte 260 Gigabaud pro Sekunde Symbolrate auf einer 100 Kilometer langen Single-Mode-Glasfaser – dem weltweiten Standard-Fasertyp für längere Distanzen. Eine Demo präsentierten die Unternehmen auf der European Conference on Optical Communication in Basel.

Kern der Demo sei Keysights neuer Arbiträr-Signalgenerator M8199B, der bis zu 260 Gigasamples pro Sekunde erzeugt und rund 80 GHz Bandbreite bietet. Er könne als Basis für die Forschung und Entwicklung von Datenübertragungssystemen dienen, die mehr als 2 Terabit Nettodatenrate bieten.

Besonders am Rekord ist, dass die hohe Symbolrate über eine einzige Wellenlänge erzielt wurde und nicht durch Bündelung. Dort, wo möglichst hohe Datenraten pro Faser nötig sind – also etwa zwischen Internetknotenpunkten – kommt Wellenlängen-Multiplexing zum Einsatz. Je nach Kanalbreite und Qualität der Komponenten sind über 100 Wellenlängen möglich. Mehr Datenrate pro Wellenlänge bedeutet also ein vielfaches mehr Gesamtdatenrate auf der Faser.

Bis Terabit-Glasfasertransceiver und passende Netzwerkhardware in den Handel kommen, wird es indes noch einige Zeit dauern. Derzeit im Handel erhältliche Glasfasermodule übertragen maximal 800 Gigabit pro Sekunde.

(amo)