Globaler Musikmarkt wächst durch Streaming um 7,4 Prozent

Streaming ist in der Musikindustrie weiter auf dem Vormarsch und kann die weltweiten Verluste bei anderen Tonträgern mehr als ausgleichen.

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(Bild: Blanscape/Shutterstock.com)

Von
  • Oliver Bünte

Der weltweite Musikmarkt ist 2020 um 7,4 Prozent im sechsten Jahr in Folge gewachsen. Das entspricht einem Gesamtumsatz von nun 21,6 Milliarden US-Dollar, etwa 18,3 Milliarden Euro. Der Treiber ist laut dem Global Music Report des Weltverbands der Phonoindustrie International Federation of the Phonographic Industry (IFPI) das Streaming-Geschäft.

Beim Streaming sind besonders die gängigen Abonnement-Modelle mit monatlicher Bezahlung gefragt und haben 2020 um 18,5 Prozent im Vergleich zu 2019 zugelegt, heißt es im Global Music Report der IFPI. Dabei haben sich rund 434 Millionen Musikfreunde für ein solches Bezahlabo entschieden. Zusammen mit werbefinanzierten Streaming-Angeboten macht der gesamte Bereich mit 62,1 Prozent den Löwenanteil am weltweiten Gesamtumsatz mit Musik aus. Abo-Modell und Werbe-Modell legten zusammen um 19,9 Prozent zu und erzielten einen Umsatz von 13,4 Milliarden Dollar.

Die Einnahmen der Musikbranche nach Segmenten 2020.

(Bild: IFPI (Screenshot))

Bei physischen Tonträgern hielt der Rückgang wie in den vergangenen Jahren weiter an. Hier beträgt der Rückgang beim Umsatz etwa 4,7 Prozent und beträgt nunmehr 4,2 Milliarden Dollar. Auch die Einnahmen aus Leistungsrechten, die beispielsweise durch das Spielen von Musik auf öffentlichen Veranstaltungen erzielt werden, gingen zurück, insgesamt um 10,1 Prozent auf 2,3 Milliarden Dollar. Die IFPI sieht hier die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie als ursächlich, denn 2020 konnten kaum öffentlich Veranstaltungen durch die Corona-Maßnahmen stattfinden.

Auch die Einnahmen aus Downloads und weiteren digitalen Formaten ohne Musik-Streaming gingen zurück und sanken um 15,7 Prozent auf 1,2 Milliarden Dollar. Weniger Umsatz machte der Bereich der Nutzung von Musik in Filmen, in der Werbung oder in Games: Hier gingen die Einnahmen um 9,4 Prozent auf 400 Millionen Dollar zurück. Trotz der Verluste in den unterschiedlichen Bereichen konnte der Zuwachs beim Streaming-Geschäft die rückläufigen Umsätze auffangen und übertreffen.

Den höchsten Zuwachs erzielte Lateinamerika mit 15,9 Prozent. Der Streaming-Anteil legte um 30,2 Prozent zu. Das Streaming hat hier nun einen Anteil von 84,1 Prozent der Gesamteinnahmen der Region.

Ein gutes Wachstum zeigt sich im asiatischen Musikmarkt mit 9,5 Prozent. Erstmals stieg hier der Anteil des Musik-Streamings am Gesamtumsatz auf mehr als 50 Prozent. In Europa konnte die Musikindustrie zwar auch ein starkes Wachstum beim Streaming von 20,7 Prozent erreichen, insgesamt stiegen die Einnahmen jedoch nur um 3,5 Prozent. In den USA legte das Streaming-Geschäft um 7,3 Prozent zu, in Kanada um 8,1 Prozent.

In ihrem Bericht ging die IFPI erstmals auf die Region Afrika und Naher Osten ein, die um 8,4 Prozent zugelegt haben. Auch hier zeigte sich der Streaming-Bereich 2020 als Umsatzbringer mit einem Plus von 36,4 Prozent.

(olb)