Corona-Lockdown-Tipps für den Rest des Jahres (vielleicht auch 2021)

Da ist er wieder, der Lockdown. Und damit die Suche nach Ablenkung und Gestaltung der Abende, Feiertage und freien Zeit.

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Kann liegen bleiben, aber nur, wenn man selbst auch liegen bleibt.

(Bild: Miguel Alegre / Shutterstock.com)

Von
  • Eva-Maria Weiß

Nur noch wenige Tage, bis 2021 beginnt, samt Lockdown. Gehören Sie auch zu den Menschen, die sich freuen, wenn 2020 endlich vorbei ist? Spoiler: Das neue Jahr wird nicht viel anders anfangen, als dieses endet. Aber immerhin besteht vielleicht ein wenig Hoffnung, dass es insgesamt besser wird. Besser? War Ihr Jahr so mies?

Mich hat Corona teilweise schon ziemlich zum Verzweifeln gebracht. Gerade erst stand ich etwa im Baumarkt, mehrfach, täglich sogar, um noch alle Materialien für die Sanierung der künftigen Wohnung vorab zu besorgen – wusste ja erst niemand, ob sie schließen. Und es reicht, nächstes Jahr in eine Wohnung ohne Küche zu ziehen. Aber ohne Putz an den Wänden wär es doch echt schlecht. Trotzdem fand ich 2020 auch immer wieder ganz schön schön. Da sind beispielsweise die neue Wohnung, der Job, mit dem ich sehr glücklich bin, und am wichtigstens natürlich – liebe Menschen.

Die kann man nur leider wenig sehen, schon gar nicht umarmen. Man kann mit ihnen aber online sprechen, sie zumindest auf dem Bildschirm sehen und darüber auch vieles andere machen. Unsere Tipps:

Seit Anfang des Jahres hat sich das Angebot der Videokonferenzdienste stetig erweitert. Sie haben eine große Auswahl. Simpel zu bedienen und für das gute Gewissen ist etwa Jitsi Meet. Microsoft Teams lässt Privatpersonen 24 Stunden am Stück mit bis zu 250 Leuten konferieren – oder halt Kekse-backen während auf dem Tisch die Familie zugeschaltet ist. Das ist schon ein Brett-Angebot. Zoom und Wire bieten inzwischen Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, selbst bei Signal ist das jetzt mit bis zu fünf Teilnehmern möglich. Wenn Sie eh Cisco Webex nutzen, nur zu. Facebook, Google – geht auch, muss man halt wollen.

Und was macht man dann in einer solchen Weihnachtszeitkonferenz? Genau das, was viele auch sonst machen würde – spielen. Dauerbrenner unter einigen Kollegen bei heise ist skribbl.io. Da gibt es Montagsmaler und Fake-Antworten. Es gibt zahlreiche Dienste, die Kniffel und andere klassische Gesellschaftsspiele anbieten. Die Siedler lassen sich online spielen, sollen aber, so hörte ich, harten Suchtcharakter haben.

Weitere Ideen hat auch meine Kollegin Dorothee Wiegand gesammelt:

Familie ist weder in real-Life noch per Videokonferenz so richtig Ihr Ding. Dann machen Sie doch das, wozu Sie Anfang des Jahres schon nicht gekommen sind: Wikipedia und Kartendienste vervollständigen, Backups, den Keller aufräumen (die Wertstoffhöfe bleiben zumeist offen) oder Wände neu streichen. Die Baumärkte dürfen ja nun doch zumindest Click&Collect anbieten. Kleiner Pro-Tipp: Tapeten von 100 Jahren machen sehr viel Müll, der zur Deponie muss, runtergefallender Putz wiegt einiges, neuer Putz ist gar nicht so leicht aufzutragen und wenn man auch noch Lackfarbe mit Spachtel abkratzen muss, kann es zu einem Karpaltunnelsyndrom kommen. Das ist das, wenn einem nachts immer Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger einschlafen. Toll.

Das Klavier staubt ein? Kollege Martin Reche hat digitale Lehrer getestet. Es steht noch eine Gitarre in der Ecke? Er hat auch Gitarren-Apps angeschaut. Auf der Seite unserer Make gibt es wahnsinnig viele Projekte für fortgeschrittene Tüftler und kleine Bastler. Fehlt es an Material, der heise Shop liefert noch. Diese Form der Eigenverweise sei erlaubt.

Zu den Top-10-Corona-Beschäftigungen gehört wahrscheinlich auch das Fotografieren. Spazierengehen war fast durchweg erlaubt, die Kamera um den Hals ist wie ein Hund, der einem den Grund gibt, sich aufzuraffen. Am Ende steht der Beweis, ob man ein gutes Auge hat. Suchen Sie sich Foren zum Austausch.

Kochen und Backen soll bei vielen ebenfalls ausgesprochen beliebt gewesen sein. War denn mal die Hefe verfügbar. Das kommt dann auch schon wieder einem normalen Weihnachten nahe. Kartoffelsalat machen und Würstchen erwärmen gilt als kochen!

Die Chance, dass sich jemand am Tisch über das Essen beschwert, ist dieses Jahr immerhin äußerst gering. Tante Besoffski und Onkel Kriegsgeschichte können gemutet werden. Fake-Freuen über Geschenke dürfte auch bei den meisten wegfallen. Trotzdem kann sich jeder sein Kilo Raclettekäse gönnen, den ganzen Tag im Jogginganzug bleiben (okay, das ist dieses Jahr nicht so special), am Mittag nen Tussen-Prosecco kippen, 24 Stunden am Stück irgendwas auf dem Bildschirm flimmern lassen und viel schlafen. Bis dann wieder die Arbeit ansteht. Mit Lockdown-Abenden.

Wenn Sie mehr Ideen für die Zeit daheim suchen, die Tipps aus dem Frühjahr haben kaum an Aktualität verloren.

(emw)