"Gollum": Schleich-Abenteuer von Daedalic kommt am 1. September

Daedalics "Der Herr der Ringe: Gollum" soll im September erscheinen. Bei einer Pressevorschau offenbarte das Stealth-Adventure noch Optimierungsbedarf.

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(Bild: Daedalic Entertainment)

Von
  • Daniel Herbig

Das Hamburger Spieleunternehmen Daedalic will sein Schleich-Abenteuer "Der Herr der Ringe: Gollum" am 1. September auf den Markt bringen. Das Spiel soll für PC, Playstation 4, Playstation 5, Xbox One, Xbox Series X/S und Nintendo Switch erscheinen.

In "Gollum" steuert man den gleichnamigen Hobbit, der seine besten Tage aufgrund langjähriger Ringträgertätigkeit bereits hinter sich hat. Spielerisch ist "Gollum" vorwiegend ein Schleich-Abenteuer, wie Daedalic bei einer Online-Präsentation seines Spiels im Voraus der Release-Ankündigung demonstrierte. Teil der Präsentation für Pressemitglieder war ein 20-minütiges Gameplay-Segment, das noch viel Handlungsbedarf offenbarte: Animationen, Mimik, Charaktermodelle und Zwischensequenzen wirkten unreif. Deadalic will hier in den kommenden drei Monaten noch nachbessern.

Die Spiel-Levels von "Gollum" hat Daedalic eigenen Angaben zufolge recht linear aufgebaut. Gollum kriecht durch hohes Gras, um sich vor seinen Gegnern zu verstecken. Außerdem können Spielerinnen und Spieler einen Detektiv-Sinn aktivieren, um Gegner und hilfreiche Gegenstände in der Umgebung hervorzuheben. Wirklich kämpfen kann Gollum nicht, Orks lassen sich aber hinterrücks ausschalten.

"Gollum" ähnelt in seiner Spielmechanik Titeln wie "Styx". Im Gegensatz dazu ist Gollums Werkzeugkasten aber recht klein: Er kann Steine werfen, um Gegner abzulenken und Lichtquellen auszuschalten. Neue Fähigkeiten lassen sich im Spielverlauf nicht freischalten, erklärten die Entwickler bei ihrer Präsentation. Wenn Gollum nicht schleicht, klettert er meist durch die Gegend. Diese Passagen erinnern mit ihren Kletter-Puzzles ein wenig an die "Prince of Persia"- oder die frühen "Assassin's Creed"-Spiele. Spielerinnen und Spieler müssen beim Klettern außerdem auf Gollums Ausdauer achten – überanstrengt sich der Hobbit, plumpst er auf den Boden.

Screenshots zu "Der Herr der Ringe: Gollum" (8 Bilder)

(Bild: Daedalic Entertainment)

Daedalic hat für "Der Herr der Ringe: Gollum" die Buchlizenz an "Der Herr der Ringe" erworben. Im Groben orientiert sich das Hamburger Entwicklerstudio an der bekannten Story der Trilogie, ein paar Kunstkniffe nimmt sich das Studio aber doch heraus. Während seiner Gefangenschaft in den Hallen des Elbenkönigs Thranduil schmiedet Gollum etwa eine Allianz mit einer magischen Elbin, die sich telepathisch über Wasser mit dem Hobbit unterhalten kann – schwimmen und tauchen kann Gollum übrigens auch.

Im Lauf der linearen Geschichte sollen Spielerinnen und Spieler sich gelegentlich zwischen zwei Handlungsalternativen entscheiden können: Gollum streitet sich stellenweise mit seinem alter ego Sméagol. Bei der Präsentation zeigte Daedalic eine kuriose Szene, in der Spieler das Schicksal eines vorbeifliegenden Käfers entscheiden sollten, indem sie den inneren Monolog der Spielfigur moderierten. Ist der unholde Käfer etwa ein Spion? Oder sucht er nur noch Pollen? Dafür hat Daedalic ein Monolog-System gebastelt, in dem sich Gollums unterschiedliche Identitäten gegenseitig mit Argumenten duellieren. Solche Szenen sollen Gollum "vermenschlichen", wirkten in der Präsentation aber noch reichlich ungelenk. Gollums Geschichte geht zwar immer gleich aus, der Ton des Endes soll sich aber den getroffenen Entscheidungen anpassen.

"Der Herr der Ringe: Gollum" ist die bisher größte Produktion der Hamburger Spielefirma Daedalic, die turbulente Jahre hinter sich hat. 2014 erwarb die Verlagsgruppe Bastei Lübbe die Mehrheit am Unternehmen. Nachdem der Verlag 2020 die Zukunft des Studios infrage gestellt hatte, erwarben die Gründer ihre Geschäftsanteile zurück. Anfang Februar 2022 gab Bastei Lübbe schließlich seine restlichen Anteile ab. Anfang des Jahres kaufte das französische Unternehmen Nacon Daedalic für 53 Millionen US-Dollar.

(dahe)