Google Analytics 4 soll dank KI Datenschutz-freundlicher einsetzbar sein

Mittels Machine Learning will Google Löcher in den Analytics-Daten stopfen, die durch fehlende Cookies von Drittanbietern entstehen.

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(Bild: Bubble_Tea Stock/Shutterstock.com)

Von
  • Eva-Maria Weiß

Google bringt sein Analyse-Tool in einer neuen Version raus. Sie soll dank Künstlicher Intelligenz Datenschutz-freundlicher eingesetzt werden können und das Fehlen von Cookies und Identifiern ausgleichen. Außerdem verschmelzen Web und App in einem Geräte-übergreifenden Tracking.

Laut eines Blogbeitrags fokussiert sich Analytics 4 bei den Messungen auf den Nutzer statt wie bisher auf genutzte Geräte oder Plattformen. Dafür erstellt Google Profile, die auf mehreren Identifikatoren basieren – unter anderem den bisher in der Betaphase befindlichen Google Signals. Diese schaffen ein Geräte-übergreifendes Tracking, für das Google wiederum Daten nutzt, die freigegeben werden, wenn Nutzer in ihrem Google-Konto "personalisierte Werbung" zugelassen haben.

Für Analytics-Anwender ergeben sich daraus keine personalisierten Nutzerprofile, sondern Statistiken über Nutzergruppen. Google selbst dürfte aber wegen der Konto-Einstellung Einsicht in die personenbezogenen Daten haben. Als Beispiel erklärt Google, könne man bei Analytics dann sehen, wo ein Kunde erstmals auf ein Geschäft gestoßen ist, also ob es etwa eine Anzeige war, und auch, ob daraufhin weitere Interaktionen folgten – die Installation einer App oder Einkäufe.

Google will Werbe-Cookies abschaffen, in weniger als zwei Jahren sollen sie in Chrome nicht mehr unterstützt werden. Um trotzdem Marketern valide Daten zu bieten, setzt Google auf Machine Learning. Auch hier sollen nicht-personenbezogene Informationen, wie etwa Gerät, Zeit und Interaktionstyp zusammengeführt und abgeleitet werden. Google bezeichnet das als Modeling.

Wer Google Analytics einsetzt, kann künftig auch entscheiden, wie Nutzerdaten gesammelt und eingesetzt werden sollen, also etwa inwieweit eine Anzeige auf den Analyse-Daten beruht. "Das hilft dir, mit aufkommenden Nutzererwartungen, rechtlichen Entwicklungen und sich verändernden, technologischen Standards für den Datenschutz umzugehen", heißt es im Blogbeitrag. Nutzt ein Unternehmen die Daten nicht, bedeutet das freilich nicht, dass sie nicht da sind. Google bietet ein Browser-Addon an, mit dem die Übertragung an Google Analytics verhindert wird.

Dank Künstlicher Intelligenz kann Analytics künftig auch Anwender informieren, sobald sich Trends abzeichnen, auf die es sich für Werbetreibende lohnt, zu reagieren. Dazu gehören etwa neue Produkte, die verstärkt nachgefragt werden. Auch die Voraussagen über Kundenverhalten sollen besser sein. Interaktionen mit eingebundenen YouTube-Videos tauchen in der Auswertung auf.

(emw)