Google-Apps endlich alle mit Apples Datenschutzlabels

Nach Monaten ohne Updates hat der Suchriese seine iOS-Tools nun mit der von Apple geforderten Tracking-Selbstzertifizierung versehen. Der Umfang ist reichlich.

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(Bild: Ascannio/Shutterstock.com)

Von
  • Ben Schwan

Google hat alle wichtigen hauseigenen iOS- und iPadOS-Apps nun mit Apples verpflichtendem Datenschutzlabel versehen. Das lässt sich dem App Store entnehmen. Zuletzt kamen die Kartenanwendung Google Maps und die Bilder-Cloud-App Google Fotos hinzu. Die Labels ähneln einer Nährwertkennzeichnung und zeigen, welche Art von Daten Anwendungen erfassen. Sie werden von Entwicklern selbst ausgefüllt, Apple schreitet nur nach Beschwerden ein.

Interessanterweise heißt das nicht, dass alle Google-Programme auch ein Update erhielten. So wurde Maps und Fotos zuletzt im Dezember aktualisiert; Apple erlaubt es, die Datenschutzlabels getrennt von der jeweiligen App zu aktualisieren. Weitere wichtige Google-Apps wie Chrome, Gmail oder YouTube waren hingegen nach Wochen oder gar Monaten ohne Update auf einen neuen Stand gebracht worden. Google hatte sich zwischenzeitlich vorwerfen lassen müssen, Apps deshalb nicht zu aktualisieren, weil man die Datenschutzlabel nicht publizieren wollte. Der Konzern teilte jedoch mit, dass dies damit nichts zu tun hat.

Der Umfang an Daten, den die Google-Apps nutzen, ist erwartbar reichlich. So möchte YouTube Kontaktinfos und Identifier sammeln und bringt Einkäufe, Ortsangaben, Kontakte, Nutzerinhalte, Browsing- und Suchgeschichte sowie Nutzungsdaten mit diesen in Verbindung. Teilweise ist die Selbstzertifizierung auch so, wie man sie nicht erwarten würde: So gibt nur YouTube an, Daten zum Tracking zu verwenden, Chrome oder Gmail aber beispielsweise nicht.

Die Datenschutzlabels sind Teil eines Maßnahmenpakets, zu dem auch Apples demnächst kommende App Tracking Transparency (ATT) gehört. Diese verlangt ab iOS 14.5 ein Opt-In, wenn Anwendungen die Nutzer-ID auslesen wollen, um User über Apps hinweg tracken zu können. Die Datenschutzlabels geben vorab an, welche Informationen gesammelt werden; widersprechen kann man dem allerdings nur durch die Nichtverwendung einer App. (bsc)