Google-Konzern Alphabet streicht 12.000 Stellen

Nun nimmt auch Google-Mutter Alphabet teil am Streichkonzert der Tech-Riesen: Rund sechs Prozent der Belegschaft müssen das Unternehmen verlassen.

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(Bild: testing/Shutterstock.com)

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Als nächstes Schwergewicht der Tech-Branche will der Google-Mutterkonzern Alphabet tausende Arbeitsplätze streichen. Weltweit sollen rund 12.000 Jobs wegfallen, wie Firmenchef Sundar Pichai in einer Mitteilung erklärte. Das entspricht rund sechs Prozent der Belegschaft. Pichai deutete an, dass Bereiche außerhalb des Kerngeschäfts stärker betroffen sein werden: Man wolle die Belegschaft an die zentralen Prioritäten des Konzern anpassen.

Erst diese Woche hatte Microsoft die Streichung von 10.000 Stellen angekündigt. Davor gaben Amazon den Abbau von 18 000 Jobs bekannt und der Facebook-Konzern Meta von 11.000 Stellen. Die Tech-Konzerne hatten mit dem boomenden Geschäft in der Coronapandemie ihre Mitarbeiterzahlen zum Teil deutlich aufgestockt. Zuletzt verlangsamte sich die Geschäftsentwicklung jedoch, unter anderem wegen der Konjunktursorgen und der hohen Inflation.

Bei den jüngsten Quartalszahlen vom vergangenen Oktober wurde bereits deutlich, wie die Zurückhaltung der Werbekunden auf die Bilanzen der Google-Holding Alphabet drückt. Der Reingewinn sank von 18,9 im Vorjahr auf zuletzt rund 13,9 Milliarden Dollar. Auffallend war der Rückgang der Werbeerlöse bei der Videoplattform YouTube, die im Jahresvergleich von 7,21 auf 7,07 Milliarden Dollar sanken. In den vergangenen Jahren war YouTube eine der treibenden Kräfte für das Wachstum bei Google – und es war der erste Rückgang, seit der Konzern die Zahlen veröffentlicht.

In Folge hatte der Großaktionär TCI Fund Management auf harte Sparmaßnahmen gedrängt und Jobstreichungen verlangt. Der Hedgefonds kritisierte, dass die Mitarbeiterzahl seit 2017 um mehr als 20 Prozent pro Jahr angestiegen sei. Das Wachstum sei "exzessiv" gewesen. Im vergangenen Quartal waren rund 187.000 Angestellte für Google tätig.

Bereits vergangenen September hatte Google rund die Hälfte der Forschungsprojekte in seinem Ideenlabor "Area 120" gestrichen, ebenso wurde angeblich ein geplantes Pixelbook eingestampft. Auch die kürzlich erfolgte Abschaltung des Cloud-Gaming-Dienstes Stadia dürfte Teil der Bemühungen gewesen sein, den Alphabet-Konzern stärker auf Rendite zu trimmen.

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Alphabet hat die Mitteilung Pichais inzwischen veröffentlicht, die Meldung wurde darauf angepasst.

(axk)