Google-Suche im Visier der US-Behörden

Ermittler befragen Wettbewerber zur möglichen Begrenzung von Googles Suchmaschinen-Macht. An anderer Stelle könnte ein Klage bevorstehen.

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(Bild: BigTunaOnline/Shutterstock.com)

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Die US-Behörden haben bei kartellrechtlichen Ermittlungen gegen die Alphabet-Tochter die Google-Suche ins Visier genommen. Im Rahmen der Untersuchungen haben die Aufsichtsbehörden der Bundesstaaten und das US-Justizministerium Gespräche mit Wettbewerbern gesucht, in denen die Behörden detaillierte Fragen über die Möglichkeiten gestellt haben sollen, wie man die Vormachtstellung des Konzerns bei der Online-Suche eingrenzen kann, berichtet Bloomberg.

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Die Beamten wollten von Gabriel Weinberg, dem Geschäftsführer der Suchmaschine DuckDuckGo, wissen, ob man Google dazu zwingen sollte, Verbrauchern auf Android-Geräten und in Googles Webbrowser Chrome Alternativen zur Google-eigenen Suche anzubieten. "Wir haben mit allen über die Suche gesprochen und alle haben detaillierte Fragen zur Suche gestellt", sagt Weinberg, zu den Gesprächen mit den Beamten, die einige Wochen zurückliegen.

Google verarbeitet die meisten Online-Suchanfragen weltweit, Microsoft Bing, DuckDuckGo und andere Anbieter sind weit abgeschlagen. Die Google-Suche ist für die Nutzer zwar kostenlos, allerdings kann das Unternehmen aufgrund seiner Marktmacht hohe Preise für die Werbeanzeigen verlangen, die über den kostenlosen Suchergebnissen und daneben angezeigt werden. Laut dem Bericht hat Google im vergangenen Jahr dadurch einen Umsatz von fast 100 Milliarden Dollar (ungefähr 89 Milliarden Euro) erzielt.

In der Vergangenheit erklärte Google, dass der Online-Wettbewerb nur einen Klick entfernt sei. Man beschäftige sich weiterhin mit den Ermittlungen des Justizministeriums und des Generalstaatsanwalts, habe aber keine Neuigkeiten oder Kommentare zu den Spekulationen, berichtet Bloomberg weiter. Demnach untersuchen das Justizministerium und Texas bereits seit einem Jahr die Dominanz von Google bei der Online-Werbung und habe mit der Ausarbeitung einer Klage begonnen, die in den kommenden Monaten eingereicht werden könnte.

In Europa musste Google bereits 2017 eine Strafe von 2,4 Milliarden Euro zahlen, weil es seinen eigenen Preisvergleichsdienst bevorzugt hatte. Im folgenden Jahr verhängte die EU-Kommission die Rekordstrafe von 4,3 Milliarden Euro aufgrund Googles Umgang mit dem Android-Betriebssystem und den damit verbundenen Vorgaben an Gerätehersteller. Im Jahr 2019 folgte dann eine Strafe der EU-Wettbewerbshüter in Höhe 1,49 Milliarden Euro mit dem Vorwurf der unerlaubten Behinderung anderer Anbieter bei Suchmaschinen-Werbung im Teildienst "AdSense for Search".

(bme)