Google: Widerklage gegen Epic Games auf finanzielle Entschädigung

Fortnite-Entwickler sollen für entgangene Einnahmen durch In-App-Käufe zahlen, die Epic Games an Googles Play Store vorbeiabgewickelt hat.

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Icons von Apple-, Google- und Fortnite-Apps auf Handy-Bildschirm

(Bild: Shutterstock/Koshiro K)

Von
  • Frank Schräer

Im Rechtsstreit mit Epic Games erhebt Google Gegenklage. Während Spieleentwickler Epic den Datenkonzern Google monopolistischer Praktiken in seinem Play Store bezichtigt, verlangt Google finanzielle Entschädigung. Epic Games habe mit Fortnite-Spielern In-App-Käufe abgewickelt, die über Epics eigenes Zahlungssystem gelaufen sind. Damit habe Epic Googles Zahlungssystem und die damit verbundenen Provisionen umgangen, was gegen Googles App-Richtlinien verstoße.

Das Verfahren zwischen Epic Games und Google ähnelt dem Streit zwischen Epic und Apple. Dort muss Epic Games 6 Millionen US-Dollar Strafe an Apple zahlen, weil es Apple-Provisionen in Fortnite umgangen hat. Epic Games hatte in Fortnite eine direkte Bezahlmöglichkeit integriert. Darüber bot der Spieleentwickler seine In-Game-Währung "V-Bucks" billiger an als über Apples In-App-Bezahlschnittstelle (IAP). Über IAP behält Apple eine Provision von bis zu 30 Prozent ein.

Für Googles Android-Geräte ist Epic genauso vorgegangen. Seit dem 13. August 2020 erlaubt Fortnite den Spielern die Wahl zwischen Epics eigenem Zahlungssystem und Googles – wegen ebenfalls 30 Prozent Provision – teurerer Play-Store-Abrechnung. Da dies Googles App-Richtlinien widerspricht, hat Google noch am selben Tag Fortnite aus dem Play Store geworfen.

Allerdings wurde das Epic-Konto nicht entfernt, wie bei Apple, sodass dem Entwickler offen steht, eine aktualisierte Fortnite-Version anzubieten. Zudem konnte das zuvor über den Play Store heruntergeladene Spiel weiter genutzt werden, obwohl es dort nicht mehr angeboten wird. Damit erzielte Epic Games weiterhin Einnahmen durch sein eigenes Zahlsystem. Für diese entgangenen Provisionen fordert Google nun finanzielle Entschädigung.

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Epic Games wirft sowohl Apple als auch Google vor, die ausnehmend teuren Zahlungsabwicklungsdienste des jeweiligen Konzerns nutzen zu müssen, was Monopolpraktiken seien. Im Gerichtsverfahren mit Apple wurde entschieden, dass Apple künftig auch andere Bezahlmöglichkeiten erlauben müsse. Die Richterin vermied es allerdings, Apple als Monopolist zu bezeichnen, obwohl andere App-Stores auf Apple-Geräten nicht zugelassen sind.

Google erlaubt hingegen sehr wohl andere App-Stores auf Android-Geräten; zahlreiche Smartphone-Hersteller wie Samsung oder Xiaomi nutzen diese Möglichkeit auch. Android erlaubt außerdem das Installieren von Apps per "Sideloading" über Websites. Das erleichtert Google, Monopolvorwürfe zu entkräften. Epic Games hat bislang noch keine Stellung zu Googles Widerklage bezogen.

Das Verfahren heißt In Re Google Play Store Antitrust Litigation und ist am US-Bundesbezirksgericht für das nördliche Kalifornien unter dem Az. 3:21-md-02981 anhängig. Es steht in Verbindung mit dem Hauptfall Epic Games v. Google et al, Az. 3:20-cv-05671, anhängig am selben Gericht.

(fds)