Google als Sponsor für KI-Ethik-Konferenz nicht mehr erwünscht

Die ACM-Konferenz für Fairness, Rechenschaftspflicht und Transparenz sieht Google aufgrund von Rassismusvorwürfen nicht länger als passenden Sponsor für 2021.

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(Bild: JHVEPhoto/Shutterstock.com)

Von
  • Madeleine Domogalla

Google darf dieses Jahr nicht als Sponsor der Conference of Fairness, Accountability, and Transparency (FAccT) agieren. Das hat die Association for Computing Machinery (ACM) bekannt gegeben. Grund dafür ist die Entlassung zweier KI-Forscherinnen sowie Vorwürfe wegen Rassismus. Die Geschäftsbeziehung gilt als pausiert, jedoch nicht als beendet. Das zur Google-Gruppe gehörenden britischen Unternehmen DeepMind darf weiterhin teilnehmen – die Pause betreffe nicht die Beziehungen zu anderen Big-Tech-Unternehmen.

Michael Ekstrand, Co-Vorsitzender der Konferenzsponsoren, begründet die Entscheidung mit den Entlassungen von Timnit Gebru und Margaret Mitchell, ehemals führende Mitarbeiterinnen des Teams für Ethik und Künstliche Intelligenz (KI) von Google.

Google hatte mit der Entlassung der beiden Mitarbeiterinnen in der vergangenen Monaten für Schlagzeilen gesorgt. Auslöser war die geplante Veröffentlichung eines Papers. Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen hatte Gebru darin die Gefahren kritisiert, die von großen KI-Sprachmodellen ausgehen. Daraufhin hatte sich Google gegen eine Veröffentlichung des Papers ausgesprochen, solang Gebru als Co-Autorin erwähnt wird. Offiziell habe das Paper "die Anforderungen an eine Publikation nicht erfüllt", doch es stand der Verdacht im Raum, dass das Unternehmen lediglich eine unangenehme Kritikerin loswerden wollte. Dieses Vorgehen sorgte für Unruhe unter den Google-Mitarbeitern, auch Rassismusvorwürfe wurden laut.

Margaret Mitchel, Gründerin und Co-Leiterin des Teams für ethische KI wurde wenige Zeit später entlassen, weil sie versucht haben soll, mit automatisierten Skripten in E-Mails Belege für die diskriminierende Behandlung ihrer Kollegin zu finden. Googles Mailsystem war dies nicht entgangen und sperrte die KI-Forscherin aus dem System aus. Kürzlich kündigte das Unternehmen einige interne Änderungen im Umgang mit seinen KI-Teams und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Forschungsergebnissen an. Suresh Venkatasubramanian, Mitglied des FAccT-Programmkomitees, gab vergangenen Freitag auf Twitter bekannt, die Rahmenbedingungen für das Sponsoring im kommenden Jahr erneut prüfen zu wollen.

(mdo)