Google analysiert Patientendaten einer US-Krankenhauskette

Anonymisierte Patientendaten sollen Basis für neue Algorithmen für das Gesundheitswesen sein. Der Datenschutz sei gesetzlich gewährleistet, sagt das Spital.

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(Bild: Pixfiction/Shutterstock.com)

Von
  • Frank Schräer

Auf Basis anonymisierter Patientendaten möchte Google neue Algorithmen für das Gesundheitswesen erarbeiten. Darauf haben sich der Datenkonzern und der US-Krankenhausbetreiber HCA Healthcare verständigt. Die Daten werden in Googles Cloud gespeichert und ausgewertet. Die Ergebnisse sollen Ärzte bei medizinischen Entscheidungen unterstützen, die betriebliche Effizienz verbessern und bei der Überwachung von Patienten helfen.

Die Patientendaten basieren auf digitalen Gesundheitsakten und Aufzeichnungen mit dem Internet verbundener medizinischer Geräte. Google und HCA-Mitarbeiter sollen damit zusammen Algorithmen entwickeln, um Gesundheitsversorgung und Arbeitsabläufe zu verbessern. Dazu gehört die Automatisierung und Überwachung des Lagerbestandes wichtiger Klinikmaterialien und Arzneimittel. Außerdem kann Google die Daten zur eigenen Entwicklung von Werkzeugen für das Gesundheitswesen verwenden und diese dann von HCA testen lassen.

In der Google-Cloud sollen in der Regel anonymisierte Patientendaten gespeichert werden. Sofern HCA zustimmt, kann Google offenbar auch auf personenbezogene Daten zugreifen, wenn es das als notwendig erachtet. 2019 wurde Google kritisiert, weil es sich durch eine Vereinbarung mit Ascension Zugang zu Millionen Patientendaten verschafft hatte; die Patienten wussten davon nichts.

Damals hat Ascension unter dem Namen "Project Nightingale" die Patientendaten ebenfalls in eine von Google bereitgestellte Cloud geladen. Durch die Zusammenarbeit mit dem Cloud-Computing-Kunden wollte Google damals schon die Bereiche Künstliche Intelligenz (KI) und maschinelles Lernen im Gesundheitswesen weiterentwickeln.

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Die USA haben zwar kein allgemeines Datenschutzgesetz, aber zwei spezielle Gesetze: Eines regelt Datenschutz für Minderjährige (COPPA), das andere Datenschutz im Gesundheitsbereich (HIPPA). Es gestattet Spitälern, Krankenversicherern und anderen Firmen des Gesundheitswesens Patientendaten mit externen Auftragnehmern zu teilen. Diese müssen dann ebenfalls die gesetzlichen Bestimmungen beachten.

HCA betreibt nach eigenen Angaben in den Vereinigten Staaten 186 Krankenhäuser und rund 2000 andere Betriebe wie Notfallkliniken oder Arztpraxen in 20 Bundesstaaten. Auch in Großbritannien is HCA tätig. Die in der Google-Cloud gespeicherten Daten kommen von jährlich 32 Millionen Patienten. Die Vereinbarung zwischen Google und HCA ist auf mehrere Jahre ausgelegt. Ob und wie viel Geld fließt verraten die beiden Konzerne nicht.

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Die Gewerkschaft der Krankenschwestern in den USA hat HCA im Februar stark kritisiert, nachdem der Klinikbetreiber 2020 einen Gewinn von 3,75 Milliarden US-Dollar verzeichnen konnte und daraufhin ein Aktienrückkaufprogramm im Wert von bis zu 6 Milliarden Dollar angekündigt hat. Die Krankenschwestern verlangen, das Geld stattdessen in Verbesserungen der Sicherheit der Patienten und Pflegern zu investieren sowie in Förderprogramme im Bereich öffentlicher Gesundheit.

(fds)