Google beteuert für Fitbit-Übernahme: "Wir werden die Daten nicht nutzen"

Die EU-Kommission könnte Bedenken gegen eine Übernahme des Wearable-Anbieters wegen dessen Gesundheitsdaten der Nutzer haben

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 72 Beiträge

Allerhand Gesundheitsdaten, die von Fitbit-Geräten gesammelt werden, würden nach der Übernahme in Googles Datenspeicher landen.

(Bild: Fitbit)

Von

Google hat bekräftigt, keine Gesundheitsdaten des Wearable-Anbieters Fitbit nutzen zu wollen, den das Unternehmen für 2,1 Milliarden US-Dollar übernehmen will. Damit wolle Google Kartellbedenken der EU-Kommission begegnen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Der US-Internetkonzern war bereits im Herbst 2019 auf Datenschutzbedenken eingegangen, als der Übernahmeplan bekannt wurde, und hatte beteuert, Gesundheitsdaten, die von Fitbit gesammelt wurden, weder verkaufen noch für Werbezwecke einsetzen zu wollen. Nun heißt es in einer von Reuters zitierten E-Mail von Google, es gehe allein um die Geräte. Google werde in dieser Sache mit der EU-Kommission kooperieren.

heise online daily Newsletter

Keine News verpassen! Mit unserem täglichen Newsletter erhalten Sie jeden Morgen alle Nachrichten von heise online der vergangenen 24 Stunden.

Besonders Bürgerrechtler äußerten Bedenken gegen die Übernahme Fitbits durch Google. Privacy International, die Electronic Frontier Foundation und European Digital Rights unterstellen Google, früher bereits Kartellrecht und Datenschutzvorschriften verletzt zu haben. Der EU-Kommission biete sich nach dem Debakel um die Übernahme von Whatsapp durch Facebook im Jahr 2014 eine Gelegenheit, ihre Fehler zu korrigieren.

Facebook hatte behauptet, es sei 2014 technisch nicht möglich gewesen, die Facebook- und WhatsApp-Nutzerprofile automatisch abzugleichen. Gleichwohl war Facebook-Mitarbeitern eine solche Möglichkeit bekannt gewesen. Die EU-Kommission verhängte lediglich eine Geldbuße von 110 Millionen Euro, auf die Genehmigung der Fusion hatte der Vorfall keinen Einfluss.

In der laufenden Angelegenheit der Fitbit-Übernahme wird die EU-Kommission voraussichtlich Konkurrenten und Nutzer befragen. Dann könnte sie von Google weitere Zugeständnisse verlangen oder in eine monatelange Untersuchung einsteigen.

(anw)