Google bringt Cloud Gaming auf iOS – aber nicht in der Stadia-App

Google will sich Apples Regeln für Game-Streaming-Dienste nicht beugen und schickt Stadia als Web-App aufs iPhone, parallel zur bestehenden nativen App.

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Googles Cloud-Spieledienst Stadia

(Bild: dpa, Andrej Sokolow)

Von
  • Leo Becker

Google Stadia ist nun offiziell auf iPhones und iPads verfügbar. Ebenso wie andere Anbieter ist Google auf den Browser ausgewichen, um Apples strikte Vorgaben für den Vertrieb von Cloud-Gaming-Diensten im App Store zu umgehen. Spieler können nun über den Apple-Browser Safari auf Google Stadia zugreifen und die Web-App zum Homescreen hinzufügen.

Die bestehende, im App Store angebotene Stadia-App gibt es weiterhin, sie bleibt auf die Account-Verwaltung beschränkt und ermöglicht es etwa, einen neuen Stadia Controller einzurichten und Spiele der Mediathek hinzuzufügen. Die Icons der Web-App und nativen App haben ein "minimal anderes Design", erläutert Google und hofft offenbar, dass Nutzer das nicht weiter verwirrt.

Google Stadia in iOS 14.3 (5 Bilder)

Mit Stadia kommen auch Spiele wie Cyberpunk 2077 auf iPhone und iPad.

Stadia für iOS wird von Google als Vorabversion geführt, der Dienst befinde sich noch "in Entwicklung", erklärt Google, einige Funktionen seien deshalb nicht verfügbar oder funktionieren möglicherweise nicht richtig. In einem kurzen Test von Mac & i kam es zu häufigen Abstürzen. Der Anbieter führt typische Probleme und mögliche Lösungen in einem Support-Dokument auf. Voraussetzung für Stadia ist iOS respektive iPadOS ab der jüngst veröffentlichten Version iOS 14.3.

Stadia unterstützt auf iOS neben dem Stadia Controller auch Game-Controller, die per Bluetooth mit dem Gerät verbunden sind, darunter den PS4-Controller und den Xbox-Wireless-Controller. Kabelgebundene Controller werden "derzeit unter iOS noch nicht offiziell von Stadia unterstützt", sagt Google. Alternativ lassen sich Spiele auch über ein Touch-Gamepad steuern.

In Apples App Store ist bislang kein großer Anbieter eines Cloud-Gaming-Dienstes vertreten: Nvidias GeForce Now lässt sich als Web-App spielen, ähnliches gilt für Amazon Luna und künftig Microsofts Xbox Game Pass Ultimate. Apple will solche Dienste nur in den App Store lassen, wenn jedes der im Streaming-Angebot enthaltenen Spiele als einzelne App zur Prüfung vorgelegt wird, zudem muss für In-App-Käufe Apples Bezahlschnittstelle verwendet werden.

(lbe)