Google fordert Offenlegung von Datennutzung bei Chrome-Erweiterungen

Alle Erweiterungen von Chrome müssen ab kommenden Jahr offenlegen, welche Daten sie sammeln. Der Verkauf von Daten ist grundsätzlich verboten.

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(Bild: Chromium Blog)

Von
  • Eva-Maria Weiß

Ab kommendem Jahr müssen alle Erweiterungen für Chrome auf der Seite des Chrome Web Stores angeben, welche Daten sie sammeln und wie diese verarbeitet werden. Anbieter, die dem nicht nachkommen, müssen damit rechnen, dass ihre Erweiterungen entfernt und auch auf Endgeräten blockiert werden.

Unter dem Namen "Project Strobe" hat Google bereits vergangenes Jahr angefangen, die Richtlinien für Erweiterungen zu verschärfen, um Nutzerdaten besser zu schützen. Dazu gehörte etwa, dass nur noch die Erlaubnis eingeholt werden darf, wenn diese für eine Erweiterung nötig ist. Nun folgt eine neue Richtlinie für Entwickler, die besagt, was diese mit den erhobenen Daten machen dürfen – beziehungsweise eher nicht machen dürfen. Und dass sie Information dazu veröffentlichen müssen. Anwender sollen verstehen, wie es um die Privatsphäre steht, heißt es im Chromium-Blog.

Im Chrome Web Store müssen Entwickler die Informationen zur Datennutzung bereitstellen. Sie können ab sofort eingetragen werden, Pflicht ist es ab Januar 2021. Ein erneutes Update der Richtlinien besagt zudem, dass Daten nur noch zum Wohle der Nutzer und entsprechend des Sinns der Erweiterung erhoben werden dürfen. Der Verkauf von Daten ist grundsätzlich verboten. Die Daten für Werbezwecke zu nutzen sowie die Übertragung jeglicher Informationen für Finanzgeschäfte und andere Weiterverkäufer, ist ebenfalls verboten.

Zur Offenlegung gehört auch, um welche Daten es genau geht – hierfür wird es eine Auswahl an Kategorien geben. Entwickler müssen außerdem bestätigen, dass sie den neuen Richtlinien folge leisten. Wie die Richtigkeit der Angaben kontrolliert wird, bleibt offen.

Ab dem 18. Januar können Nutzer die Informationen dann im Web Store einsehen. Erweiterungen von Entwicklern, die den Anforderungen bis dahin nicht nachgekommen sind, markiert Google mit dem Hinweis darauf.

Bereits im Sommer hatte Google eine neue Spam-Richtlinie für Chrome-Erweiterungen geschaffen. Sie richtete sich unter anderem gegen gekaufte Bewertungen, die Erweiterungen besser im Web Store sichtbar machen könnten. Erweiterungen, die nur dazu da sind, weitere zu laden und solche, die unerwünschte Benachrichtigungen verschicken, wurden verboten.

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(emw)