Play Store: Google hat 2021 rund 190.000 Entwickler-Konten gesperrt

Der Internetkonzern Google hat beim Reinemachen im Play Store im vergangenen Jahr unter anderem 1,2 Millionen Apps wegen Richtlinienverstößen rausgeworfen.

Lesezeit: 3 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 20 Beiträge
Aufmacher Googles Reinemachen im Play Store 2021

(Bild: BigTunaOnline/Shutterstock.com)

Von
  • Dirk Knop

Um den Play Store und damit Android-Geräte sauber von Schädlingen zu halten, hat Google im Jahr 2021 nach eigenen Angaben rund 1,2 Millionen Apps nicht zugelassen, weil sie gegen Richtlinien verstießen. Zudem hat das Unternehmen 190.000 Entwickler-Konten gesperrt, deren Inhaber schädliche oder Spam-Apps entwickelt hatten. Dem Hausputz fielen zudem eine weitere halbe Million Entwickler-Konten zum Opfer, die inaktiv oder von den Besitzern aufgegeben worden waren.

Die große Anzahl liege auch daran, dass Google seine Algorithmen und den Überprüfungsprozess verbessert habe, teilte das Unternehmen mit. Für die Sicherheit biete Google Play mehrere Funktionen zum Schutz der Privatsphäre, zudem seien die Schutzmaßnahmen vor schädlichen Apps und Entwicklern sowie die Datensicherheit im Android-SDK verbessert worden.

Google verweist in seinem Blog-Beitrag zudem auf den Google Play Protect-Mechanismus, der täglich die installierten Apps auf Milliarden von Smartphones untersuche und die Menschen vor Malware und unerwünschter Software feit.

Vor einem Jahr hatte Google einen neuen Datensicherheitsabschnitt für Google Play angekündigt, der Entwickler dazu nötigt, den Nutzern mehr Einblicke in die Eingriffe in die Privatsphäre und der Sicherheitspraktiken durch die heruntergeladene App zu gewähren. Dazu gehören Informationen, welche Daten die Anwendungen sammelt und wieso sie das tut. Diese Änderung tritt nun in Kraft, Entwickler haben bis zum 20. Juli dieses Jahres Zeit, die Angaben für ihre Apps zu machen.

Im Gegenzug hat Google es Entwicklern erleichtert, die Compliance-Probleme ihrer Apps an zentraler Stelle in der Google Play-Konsole in der "Policy and Programs"-Sektion zu verwalten. Hier können sie auch Entscheidungen anfechten und den Status verfolgen.

Weiterhin hat Google mit SDK-Anbietern zusammengearbeitet, um die App-Sicherheit zu steigern und zu begrenzen, wie Nutzerdaten geteilt werden können. Außerdem habe man im gleichen Zuge die Kommunikationswege zwischen SDK-Anbietern und App-Entwicklern verbessert. In diesem Bereich will Google künftig noch weiter aktiv bleiben, aber schon jetzt habe die verbesserte Sicherheit der SDKs einen Einfluss auf Milliarden Nutzer.

Der beste Weg zum Schutz von Nutzerdaten ist, den Zugriff auf sie von vornherein zu begrenzen. Diese Einschätzung stammt von Google selber, und die Autoren des Blog-Beitrags führen dazu weitere Zahlen an: 98 Prozent der Apps, die auf Android 11 oder höher migriert wurden, haben ihren Zugriff auf sensible APIs und Nutzerdaten reduziert. Zudem habe das Unternehmen die unnötige, gefährliche oder verbotene Nutzung von Barrierefreiheit-APIs signifikant bei Apps reduziert, die auf Android 12 migriert sind. Dabei sei die Funktion für legitime Einsatzzwecke erhalten geblieben.

Um Android auch für Familien attraktiver zu machen, habe Google zudem im vergangenen Jahr die Sammlung von Advertising-IDs (AAID) und anderer Geräte-IDs für Apps verboten, die sich ausschließlich an Kinder wenden. Im gleichen Zuge wurde dabei die Möglichkeit für alle Nutzer geschaffen, ihre Advertising-ID unabhängig von einer App komplett zu löschen.

Weitere Verbesserung in diesen Bereichen sind auch für das laufende Jahr zu erwarten. Auch die Autoren des Blog-Eintrags sehen dem entgegen.

Lesen Sie dazu auch:

Themenseite zu Google auf heise online

(dmk)