Google macht Android App Bundles verpflichtend für neue Apps

Ab August müssen Android Apps für die Bereitstellung über Google Play im .aab-Format vorliegen. Spiele erhalten aus Sicherheitsgründen ein eigenes Paketformat.

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(Bild: Google)

Von
  • Matthias Parbel

Die für Nutzerinnen und Nutzer wie auch Developer gleichermaßen komfortable und sichere Verteilung mobiler Anwendungen in Form von Android App Bundles (AAB) über Google Play soll ab August 2021 zum verpflichtenden Paketformat für alle neuen Apps werden – die individuelleren APK-Dateien (Android Package) bleiben lediglich für ältere Apps erlaubt. Bei Spielen müssen Entwicklerinnen und Entwickler aus Sicherheitsgründen auf das neue Format Play Asset Delivery (PAD) umsteigen.

Google hatte AAB bereits Mitte 2018 eingeführt, um im Sinne von Dynamic Delivery kompaktere Dateien in Google Play bereitstellen zu können, die Nutzerinnen und Nutzern auf ihr jeweiliges Endgerät maßgeschneiderte App-Pakete zum Download liefern. Ergänzende oder neue Features werden erst bei Bedarf nachinstalliert. Entwicklerinnen und Entwickler sollen zudem vom integrierten Sicherheitsschlüsselmanagement via Play App Signing profitieren. Darüber hinaus entfällt für sie das bisweilen aufwendige Handling der individuell zugeschnittenen APKs.

Der Umstieg auf Android App Bundles erfordert hingegen beim Build gegebenenfalls einige Anpassungen hinsichtlich der zu unterstützenden Gerätekonfigurationen und Sprachen, in denen die App ausgeliefert werden soll. Dafür verspricht Google aber kleinere Pakete, die im Durchschnitt 15 Prozent kompakter als typische universelle APKs ausfallen sollen.

Die Änderungen ab August 2021 im Überblick

(Bild: Google)

Für Spiele, die in der Regel über ergänzende Dateien (OBB) im externen Speicher der App zusätzliche Ressourcen bereitstellen, führt Google ein eigenes Format ein: Play Asset Delivery (PAD) beziehungsweise Play Feature Delivery (PFD). Hintergrund dafür sind potenzielle Sicherheitsprobleme, die sich ergeben können, da OBBs nicht signiert sind. Für alle Spiele-Apps ab einer Größe von 150 MByte sollen Entwicklerinnen und Entwickler daher künftig PAD verwenden, was sich als komplettes, mit einem Signierschlüssel abgesichertes App-Bundle in Google Play bereitstellen lässt.

Im Unterschied zu den OBBs sind PADs auch für das sogenannte Delta Patching ausgelegt, sodass insbesondere bei großen Spiele-Apps weniger externer Speicher auf dem Android-Gerät benötigt wird. Google zufolge kommt dieser Vorteil vor allem auch beim Support für Adaptive Scalable Texture Compression (ASTC) zum Tragen.

Einen kompletten Überblick aller Änderungen ab August sowie einen Ausblick auf weitere Änderungen wie das Upgrade auf APK Signature Scheme v3, das dann auch die Rotation von Schlüsseln ermöglichen soll, fasst der Beitrag im Android-Developer-Blog zusammen.

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