Google sperrt private-API für Chromium-basierte Browser

Chromium-basierte Browser haben laut Google ein private-API ausgenutzt, um etwa Sync-Funktionen anzubieten. Dieses ist Chrome vorbehalten.

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(Bild: JHVEPhoto/Shutterstock.com)

Von
  • Eva-Maria Weiß

Googles Synchronisationsfunktionen sind ausschließlich für Chrome gedacht. Deshalb wird nun ein API gesperrt, das bisher von Chromium-basierten Browsern genutzt wurde, um die Funktionen ebenfalls anzubieten. Browser-Anbieter können nur noch bis zum 15. März auf Googles "private Chrome APIs" zugreifen. Damit ist mehr als die Synchronisation betroffen.

In dem kurzen Blogbeitrag erklärt Google nicht, welche anderen Browser betroffen sind. "Chrome Sync und Click to Call sind ausschließlich für Google gedacht." Einige Nutzer hätten sich bei Drittanbietern in ihrem Google-Konto anmelden und so etwa Lesezeichen und den Verlauf synchronisieren können. Die Betroffenen können weiterhin auf ihre Daten zugreifen, allerdings über ihr Google-Konto. Lokal gespeicherte Daten werden weiterhin lokal verfügbar sein. Um Einsicht zu bekommen, gibt es die "Meine Aktivitäten"-Seite, eigene Daten lassen sich via Google Takeout herunterladen. Google hat nach eigener Aussage bei einer kürzlichen Überprüfung erst herausgefunden, dass das API ausgenutzt wurde.

Die Sperrung gilt auch für Googles Rechtschreibkorrektur, den Übersetzer und die Kontakte-Schnittstelle. Schaut man sich die Keys-Liste der Chromium-Projekt-Seite an, könnte man fast meinen, Google hätte kurzfristig die Nerven verloren, so viel ist Gelb hinterlegt und in Großbuchstaben als nicht verfügbar deklariert.

Durch die Nutzung von Googles APIs sind automatisch auch Serverkapazitäten belegt worden, außerdem ist die Entwicklung von Google vorangetrieben worden, nicht unter dem Open-Source-Dach. Google hatte bereits andere Zugänge zu eigenen Funktionen gesperrt, etwa das Hangouts-API.

Zu den Chromium-basierten Browsern gehören unter anderem Microsofts neuer Edge, Vivaldi und Opera. Edge kann zwar Tabs und Verläufe synchronisieren, dafür müssen Nutzer jedoch mit einem Microsoft-Konto angemeldet sein. Unwahrscheinlich, dass die Daten dann über Google laufen. Welche Browser das API genutzt haben, ist dennoch unklar.

Auch was der Schritt für die von vielen Linux-Distributionen angebotenen Chromium-Pakete bedeutet, ist noch unklar. Nutzer auf Reddit und im zugehörigen Google-Groups-Forum befürchten, dass für diese Anwender die Sync-Funktionen wegfallen könnten. Eine E-Mail mit einer entsprechenden Warnung erhielten mehrere Projektverantwortliche zumindest, eine Bestätigung des Schritts oder Dementierung von Google fehlt jedoch.

Mehr zu Browsern gibt es zum Nachschauen und Hören im Uplink:

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(emw)