Google verbietet Clickbait-Anzeigen

Der Daten-Konzern bringt eine neue Richtlinie zur Welt – Experten können ihren Augen kaum trauen! Klicken Sie hier, um mehr zu erfahren!

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Noch scheint dieser Nutzer gute Surflaune zu haben.

(Bild: Google)

Von
  • Torsten Kleinz

Mit einer neuen Richtlinie will Google in seinem Werbemarktplatz aufräumen. Wie das Unternehmen seinen Werbepartnern mitteilt, wird Google Ads ab Juli keine Anzeigen mehr annehmen, die bekannte Clickbait-Muster erfüllen; so etwa wie im Anrisstext zu dieser Meldung vorgeführt.

Diese Anzeigen sind in den vergangenen Jahren vermehrt auf wenig reputablen Angeboten mit geringen Anzeigenpreisen zu finden. Zum Beispiel wird gerne mit den alten Fotos von Kinderstars geworben oder werden vermeintliche Haushaltstricks versprochen – alles, um den irritierten Nutzer zum Klick zu bewegen. Wer auf solche Anzeigen klickt, erfährt jedoch meist nichts zu dem versprochenen Thema. Stattdessen werden nach wenigen Zeilen Text etwa medizinische Wunderkuren, Erektionsmittel oder Crypto-Geschäftsmodelle mit gefälschten Promi-Zitaten beworben.

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Um dem Treiben Einhalt zu gebieten und damit ein insgesamt besseres Werbeumfeld zu schaffen, verbietet Google solche Methoden, die Nutzer unbotmäßig zum Klick auf die Anzeige drängen. Da das Phänomen "Clickbait" schwer abschließend zu definieren ist, zählt der Konzern im Hilfe-Bereich von Google Ads verschiedene verbreitete Methoden auf: Nicht mehr zulässig sind etwa Werbungen mit Texten wie "Sie glauben nicht, was dann passierte" oder Bildern, in denen absurd verzerrte Bilder von menschlichen Körperteilen gezeigt werden. Auch "Vorher-Nachher"-Bilder sind verboten, ebenso wie Bilder von Katastrophen, mit denen Produkte und Services angepriesen werden sollen.

Clickbait-Anzeigen (4 Bilder)

Auf vielen Websites gilt: je weiter man nach unten scrollt, umso billiger wird die Werbung -- in jeder Hinsicht.
(Bild: Torsten Kleinz)

Der Schritt reiht sich ein in eine lange Reihe von Policy-Updates des Werbekonzerns, mit denen schwarze Schafe aussortiert und die Akzeptanz von Werbung insgesamt verbessert werden soll. Im April hatte Google eine Transparenzinitiative begonnen, durch die sich Anzeigenkunden in Zukunft besser identifizieren sollen. Wer sich nicht an die Regeln halten will, kann immer noch in anderen Werbenetzwerken Anzeigen schalten. Nicht mehr so einfach möglich ist dies, wenn Werbeformen als Bad Ads erkannt wurden, weil sie zu nervtötend sind oder zu viele Ressourcen beanspruchen. Hier setzt Google in Abstimmung mit der Branche die Marktmacht seines Browsers Chrome ein, um solche Anzeigen komplett zu blockieren.

(anw)