Google will Minderjährigen-Schutz bei Anzeige altersgerechter Werbung erhöhen

Eigentlich sollten Kinder und Jugendliche in Großbritannien keine für sie ungeeignete Werbung über Google angezeigt bekommen. Es passieren aber Fehler.

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(Bild: Syda Productions/Shutterstock.com)

Von
  • Oliver Bünte

Google beabsichtigt, die Umsetzung der Anzeige von altersgerechter Werbung für Kinder und Jugendliche zu verbessern. Wie Reuters berichtet, erfolgt dieser Schritt, nachdem die Nachrichtenagentur festgestellt hatte, dass Google in seiner Suchmaschine unter anderem Werbeanzeigen für Sexspielzeug, Alkohol und Risikoinvestments angezeigt hatte, die Kindern und Jugendlichen in Großbritannien zugängig gewesen sind. Die von Google im August 2021 eingeführten Maßnahmen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen würden nicht in ausreichendem Maße greifen, monierte Reuters.

Google hatte aufgrund von Rechtsvorschriften zum Schutz von Kindern und Jugendlichen in Großbritannien damit begonnen, die Schutzmaßnahmen zur Anzeige altersabhängiger Werbung zu erhöhen. Werbung, die nicht für Kinder und Jugendliche geeignet sind, wie etwa für Alkohol, Glücksspiel und verschreibungspflichtige Medikamente, sollten ihnen nicht angezeigt werden. Internet-Nutzerinnen und -Nutzer, die mit ihrem Google-Account ohne verifiziertes Mindestalter von 18 Jahren im Internet unterwegs sind sowie bei Google unangemeldete Nutzer sollten keine Werbung angezeigt bekommen, die für Minderjährige ungeeignet sind.

Trotz dieser Maßnahmen seien Mitte Januar verschiedene nicht altersgerechte Werbeanzeigen auch unangemeldeten Nutzerinnen und Nutzern, somit auch Kindern und Jugendlichen, in Großbritannien angezeigt worden. Konkret soll es sich um Werbung für Cholesterin-Medikamente, Sexspielzeug, Wodka und fremdfinanzierten Handel gehandelt haben, wie Reuters schreibt.

In einer Stellungnahme gab Google gab zu, dass die Werbeanzeigen "falsch beschriftet" gewesen wären und von der Schaltung hätten ausgeschlossen werden müssen. Google bestätigte, "sofortige Schritte" zu unternehmen, um die eigenen Richtlinien zur Anzeige bestimmter altersempfindlicher Werbekategorien zu erfüllen. Welche Maßnahmen Google ergreifen will, wollte der Konzern nicht sagen, heißt es bei Reuters.

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Unklar ist, wie oft es Google bisher versäumt hatte, altersempfindliche Werbung zu blockieren. Forderungen von Kindesinteressenvertretungen wie beispielsweise 5Rights nach einer regelmäßigen Veröffentlichung von internen Analysen, wie gut Google die eigenen Richtlinien umsetzt und einhält, kommentierte Google nicht und lehnte eine Antwort auf eine Anfrage nach dem bisherigen Umfang versäumter Blockierungen ab.

Die britische Datenschutzbehörde Information Commissioner’s Office (ICO) hatte bereits im November 2021 damit begonnen, die internen Richtlinien von Unternehmen, darunter Google und Apple, zu überprüfen, um die Umsetzung der eingeführten Rechtsvorschriften in Großbritannien sicherzustellen. Nach Angaben von Reuters sei dieser Vorgang noch nicht abgeschlossen.

(olb)