Größtes schwimmendes Solarkraftwerk der Welt geht in China in Betrieb

Im chinesischen Dezhou produziert nun das größte schwimmende Photovoltaik-Kraftwerk Strom. Seinen Spitzenrang könnte es bald schon verlieren.

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(Bild: Huaneng Power)

Das chinesische Unternehmen Huaneng Power hat das größte schwimmende Photovoltaik-Kraftwerk der Welt in Betrieb genommen. Die Anlage in Dezhou in der chinesischen Provinz Shandong gut 300 km südlich von Peking liegt auf einem Stausee und hat eine Leistung von 320 MW.

Das Kraftwerk habe die größte einzelne Kapazität eines Photovoltatik-Kraftwerks an einem eigenen Standort auf einem Gewässer, erläutert Huaneng Power. In der Nähe erzeugt ein Windpark an Land 100 MW Leistung, dazu kommt ein 8-MWh-Energiespeicher. Pro Jahr sollen sort 550 Millionen kWh Strom erzeugt werden. Weitere Details gab Huaneng bicht bekannt. Mitte Dezember 2021 hatte das Unternehmen auch im Wattenmeer in der Nähe von Qinggang das erste chinesische Gezeiten-Photovoltaik-Kraftwerk in Betrieb genommen. Es produziert 130 MW Strom.

Der derzeit größte schwimmende Solarpark in Europa, dessen Module auf einem Wasserreservoir nahe London treiben, hat eine Leistung von 6,3 MW. Der Grund, warum Solarkraftwerke schwimmend errichtet werden, sind mangelnde ausgedehnte Freiflächen, wie Xiao Fuqin, leitender Ingenieur des Kraftwerksbetreibers Sungrow Mitte 2017 erläuterte, besonders im Norden und in der Mitte Chinas.

Das Solarkraftwerk in Dezhou könnte bald abgelöst werden. In diesem Jahr sollen die Bauarbeiten an einem schwimmenden Photovoltaik-Kraftwerk beginnen, das das singapurische Unternehmen Sunseap auf dem Duriangkang-Stausee auf der indonesischen Insel Batam errichten will. Es soll 2024 fertiggestellt sein und 2 Milliarden US-Dollar kosten, eine Leistung von 2,2 GW erbringen und sich über 1600 ha erstrecken, hieß es im Juli.

Dafür will Sunseap in einer eigens gegründeten Schulungsstätte 3000 Einheimische ausbilden. Mit der Anlage auf Batan sollen jährlich 2600 GWh Strom erzeugt werden. Dadurch könnten gegenüber herkömmlicher fossiler Energiegewinnung 1,8 Millionen Tonnen Kohlenstoff eingespart werden, entsprechend dem jährlichen Ausstoß von etwa 400.000 Autos.

(anw)