Großbritannien: Hunderte Drohnen sollen Post zu abgelegenen Inseln fliegen

Die britische Post will nach mehreren Testprogrammen Hunderte autonome Flugzeuge kaufen, um Post zu abgelegenen Inseln zu fliegen und von dort abzuholen.

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(Bild: Colin Keldie, courtesy of SATE project)

Von
  • Martin Holland

Die Royal Mail will in den nächsten drei Jahren bis zu 200 Drohnen kaufen, die auf mehr als 50 Routen kleine Inseln vor der britischen Küste Post transportieren sollen. Langfristig soll die Flotte aus Postdrohnen sogar auf 500 anwachsen, heißt es noch. Nötig sei aber noch die Genehmigung der Flugaufsichtsbehörde CAA (Civil Aviation Authority). Bei den Drohnen, die seit anderthalb Jahren getestet worden seien, handelt es sich um kleine unbemannte Flugzeuge. Die können bis zu 100 Kilogramm an Nutzlast befördern und hätten beim jüngsten Test auf den Shetlandinseln gezeigt, dass sie eine etwa 80 Kilometer lange Route pro Tag zweimal hin und zurück schaffen würden.

Die unbemannten kleinen Flugzeuge des Herstellers Windracers mit einer Spannweite von 10 Metern und einem "hochzuverlässigen Autopiloten" sollen zuerst die abgelegenen Shetland- und Orkneyinseln, sowie die Hebriden nördlich beziehungsweise nordwestlich der Insel Großbritannien anfliegen. Geplant sind demnach außerdem noch Flüge zu den Scilly-Inseln südwestlich von Großbritannien. Langfristig sei geplant, dass "eine Flotte aus mehr als 500 Drohnen alle Ecken des Vereinigten Königreichs versorgt". Vier Tests seien bereits durchgeführt worden, beim letzten sei solch eine Drohne zwischen Lerwick auf der Hauptinsel der Shetlands und Unst hin und her geflogen. Unst ist die nördlichste bewohnte britische Insel, dort leben rund 630 Menschen.

Die Drohnen hätten den Vorteil, dass sie auch bei widrigen Wetterbedingungen fliegen könnten, anders als ein Pilot oder eine Pilotin in einem Flugzeug, sei auch der teils dichte Nebel für die autonomen Flugzeuge kein Problem. Überdies sei diese Transportmöglichkeit anders als Schiffe auch unabhängig von Ebbe und Flut, erklärte der für Drohnen bei der Royal Mail verantwortliche Manager Chris Paxton der BBC. Weil die unbemannten Fluggeräte auch kleiner sind als Flugzeuge, stoßen sie ihm zufolge auch etwa ein Drittel weniger Treibhausgase aus. Vorgesehen seien die Fluggeräte für sogenannte "mittlere Meile": Wenn ihre Fracht ausgeladen ist, wird sie ganz normal von Postangestellten zugestellt. Die Gespräche mit der CAA über das nötige Regelwerk hätten jetzt begonnen.

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(mho)