Großbritannien: Ja zum Fernsehen in autonomen Autos – Nein zum Smartphone

Wer in Großbritannien von einem autonomen Auto chauffiert wird, darf auf dessen Bildschirmen nicht fahrtrelevante Inhalte angucken. Das Smartphone bleibt tabu.

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(Bild: metamorworks/Shutterstock.com)

Von
  • Martin Holland

Wenn in Großbritannien autonome Fahrzeuge zugelassen sind, darf an deren eingebauten Bildschirmen unter anderem Fernsehen gescheut werden, während das Auto fährt. Das hat das britische Verkehrsministerium entschieden und will dazu den sogenannten Highway Code ändern, das Gegenstück zur deutschen Straßenverkehrsordnung (StVO).

Die Benutzung von Smartphones am Steuer bleibt aber verboten, auch wenn das Fahrzeug die Steuerung komplett übernommen hat. Studien hätten gezeigt, dass das Ablenkungsrisiko dadurch höher sei als bei den Bildschirmen. Mit den Regeländerungen soll die Einführung autonomer Autos in Großbritannien vorbereitet werden, noch ist dort keines zugelassen.

Die geplanten Änderungen am Highway Code seien nach einer öffentlichen Befragung beschlossen worden, erläutert das Department for Transport. Sie sollen übergangsweise den Umgang mit autonomen Fahrzeugen regeln, ein umfassendes Regelwerk wird noch vorbereitet und soll 2025 fertig sein. Bislang sind lediglich Fahrassistenten genehmigt, die ein Fahrzeug in einer Spur halten können und maximal 60 Kilometer pro Stunde fahren dürfen.

Fahrer beziehungsweise Fahrerinnen müssen jederzeit in der Lage sein, das Steuer zu übernehmen. Noch sind im Vereinigten Königreich keine Fahrzeuge zugelassen, die ganz autonom fahren dürfen, das werde sich aber ändern. In solch einem Fahrzeug wären die Personen am Steuer dann auch nicht mehr verantwortlich für mögliche Unfälle, heißt es noch.

Angesichts der geplanten Änderungen spricht die zuständige Ministerin Trudy Harrison jetzt von einem wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur Einführung selbstfahrender Fahrzeuge. Die Regeln würden revolutionieren, wie wir fahren und unsere Reisen "grüner, sicherer und zuverlässiger machen".

Mit der sich rasch entwickelnden Technik könnten menschliche Fehler vermieden werden, die seien bei 88 Prozent aller Unfälle auf den Straßen ein Faktor. Wichtig sei noch, dass die Regeln klar an die Fahrer und Fahrerinnen kommuniziert würden, damit die verstehen, wozu ihre Fahrzeuge in der Lage sind und wozu nicht. Noch in diesem Jahr könnten in Großbritannien die ersten Autos zugelassen werden, die von den neuen Regeln profitieren.

(mho)