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Großbritannien: Ransomware-Attacken vor allem aus Russland und Nachbarstaaten

Martin Holland

(Bild: aslysun/Shutterstock.com)

Laut britischen Sicherheitsbehörden stellen Cyberkriminelle aus Russland und benachbarten Staaten aktuell die größte Gefahr für die IT-Sicherheit dar.

Cyberkriminelle in Russland und benachbarten Staaten sind für die meisten der besonders verheerenden Ransomware-Angriffe auf Ziele in Großbritannien verantwortlich. Das hat die Chefin der britischen Sicherheitsbehörde NCSC (National Cyber Security Centre) betont, die im Königreich für Beratung zu IT-Sicherheit zuständig ist. Lindy Cameron wiederholte in einer Rede beim Think Tank Chatham House die Einschätzung der britischen Regierung, derzufolge Russland die größte Gefahr für die Sicherheit im Vereinigten Königreich ist.

Zusätzlich zur Gefahr, die direkt vom russischen Staat ausgehe, seien vor allem Kriminelle aus dem Land eine erhebliche Gefahr. Sowieso gehe die übergroße Mehrheit der schädlichen IT-Aktivitäten von Kriminellen aus und nicht von Nationalstaaten, ordnet sie die Bedeutung der Bedrohung außerdem ein.

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Ransomware gehört zu den unmittelbarsten Bedrohungen nicht nur für staatliche Stellen, sondern auch Unternehmen, Schulen, lokale Verwaltungen und kritische Infrastruktur, hob Cameron in ihrer Rede hervor [2]. Nicht genug Stellen würden sich ausreichend auf diese Gefahr vorbereiten, gleichzeitig stellten die Verantwortlichen hinter der Ransomware eine große Herausforderung für die Strafverfolgung dar. Sie würden aus anderen Staaten heraus operieren [3] und immer erfolgreicher vorgehen. Der Druck auf Opfer würde durch neue Taktiken erhöht, zuletzt gab es vermehrt Drohungen, dass wichtige Daten von Opfern nicht nur verschlüsselt und unzugänglich gemacht, sondern auch noch veröffentlicht würden.

Man gehe davon aus, dass Ransomware für die Kriminellen attraktiv bleiben würde, aber es handle sich trotzdem nicht um eine Bedrohung, mit der wir einfach leben müssten. Cameron hebt hervor, dass das Thema Ransomware inzwischen auf höchster politischer Ebene bei den G7-Staaten besprochen werde. Gleichzeitig weist sie darauf hin, dass die Opfer nicht tatenlos warten müssten. Die Zuhörenden fragt sie etwa, ob sie sich ausreichend vorbereitet hätten.

Abgesehen von den neuerlichen Vorwürfen in Richtung Russlands, äußert sich die Chefin des NCSC noch zu China. Beim Reich der Mitte handle es sich zweifellos um einen hochentwickelten Akteur im Cyberspace. Wie sich das Land hier weiter entwickle, sei mit Sicherheit der wichtigste Einzelfaktor für die Entwicklung der Cybersicherheit in Großbritannien.

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(mho [5])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-6214769

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/REvil-Co-Kreml-hat-Einfluss-auf-Cyberkriminelle-kontrolliert-sie-aber-nicht-6188627.html
[2] https://www.ncsc.gov.uk/speech/lindy-cameron-first-year
[3] https://www.heise.de/news/Europol-laesst-ukrainische-Ransomware-Gang-auffliegen-6207592.html
[4] https://www.heise.de/news/US-Praesident-Biden-Cyberattacke-koennte-zu-richtigem-Krieg-fuehren-6149354.html
[5] mailto:mho@heise.de