Großbritannien: Wettbewerbshüter wollen Cloud-Markt unter die Lupe nehmen

Amazon, Microsoft und Google haben den Markt für Cloud-Infrastruktur unter sich aufgeteilt. Das Ofcom will nun prüfen, ob der Wettbewerb noch funktioniert.

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(Bild: Gorodenkoff/Shutterstock.com)

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  • Martin Holland

Großbritanniens Wettbewerbshüter wollen untersuchen, wie gut der Markt im Bereich Cloud Computing noch funktioniert und sich dabei auf die drei Marktführer Amazon, Microsoft und Google konzentrieren. Das teilte das Ofcom (Office of Communications) jetzt mit und stellte klar, dass ermittelt werden soll, wie die Position der Hyperscaler und wie groß der Wettbewerb im Allgemeinen ist. Es sollen Aspekte des Markts einbezogen werden, die die Innovation und das Wachstum in dem Sektor bremsen könnten, indem sie der Konkurrenz den Markteintritt oder das Wachstum erschweren könnten. Auch mögliche künftige Entwicklungen sollen in den Blick genommen werden. Ein Ergebnis soll in 12 Monaten vorliegen.

Cloud Computing sei ein großer und schnell wachsender Markt, begründet die Behörde das Vorhaben. Seien 2018 noch 10 Prozent der IT-Ausgaben der Wirtschaft weltweit in Cloud-Dienstleistungen geflossen, seien es 2021 schon 17 Prozent gewesen – befeuert unter anderem durch die Pandemie. In Großbritannien entfallen demnach 81 Prozent der Einnahmen im Markt für öffentliche Cloud-Infrastrukturdienste auf die drei Marktführer. Innerhalb der vergangenen vier Jahre konnten demnach Microsoft (von 17 auf 25 Prozent) und Google (von 12 auf 16 Prozent) ihren jeweiligen Anteil stark steigern. Sollte bei der Marktstudie herauskommen, dass der Wettbewerb nicht gut funktioniert, könnten Regulierungsvorschläge ergehen, konkrete Maßnahmen oder weitere Ermittlungen folgen.

Neben der Untersuchung des Cloud-Markts will sich das Ofcom im Rahmen eines "breiteren Programms" auch anderen Digitalmärkten widmen, unter anderem auch Kommunikationsdiensten. Man sei interessiert daran, welche Auswirkungen Whatsapp, Facetime, Zoom & Co. auf das traditionelle Telefonieren und Verschicken von Nachrichten haben, erklärt die Behörde. Herauszufinden sei etwa, ob es Grund zur Sorge gebe, weil solche Dienste nicht miteinander interagieren könnten. Auch digitale Assistenten, Smart-TVs und smarte Lautsprecher sollen unter die Lupe genommen werden. Die Analyse der Cloud-Anbieter sei nur der Anfang.

(mho)