Gründer der Kryptobörse Binance soll zu den reichsten Menschen der Welt gehören

Der Wirtschaftsnachrichtendienst Bloomberg taxiert den Kryptobörsen-Chef Changpeng Zhao auf ein Vermögen im Wert von 96 Milliarden US-Dollar.

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(Bild: Nadezda Murmakova/Shutterstock.com)

Von
  • Axel Kannenberg

Changpeng "CZ" Zhao, Gründer der Kryptogeldbörse Binance, gehört Schätzungen der Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg nach zu den reichsten Menschen der Welt. Demnach belaufe sich das Vermögen des 44-Jährigen auf derzeit rund 96 Milliarden US-Dollar. In Bloombergs Milliardärsranking würde er damit den 11. Platz einnehmen, noch vor dem indischen Ölmagnaten Mukesh Ambani, dessen Besitz sich auf 93,3 Milliarden US-Dollar belaufe.

Changpeng Zhao

(Bild: Binance)

Den Bloomberg-Berechnungen nach dürfte Zhaos Vermögen auch das der immer noch unbekannten Person hinter dem Bitcoinerfinder-Pseudonym Satoshi Nakamoto übersteigen. Auf Basis der Nakamoto zugerechneten Bitcoin-Adressen ermittelte Bloomberg einen Wert von rund 45 Milliarden US-Dollar. Damit sei Zhao die reichste Person der Kryptoszene. Zhaos persönliche Kryptoguthaben seien zudem nicht in die Vermögensschätzung eingegangen; er könne also noch vermögender sein.

Zu den Top-Zehn im Bloomberg-Ranking, das abgesehen vom LVMH-Mehrheitseigner Bertrand Arnault nur aus US-Tech-Milliardären besteht, würden ihm aber noch einige Milliarden fehlen. Auf Platz 10 findet sich derzeit Oracle-Gründer Larry-Ellison mit 107 Milliarden US-Dollar, Platz 1 geht an Tesla-Chef Elon Musk mit 207 Milliarden US-Dollar.

Aktuell ist Zhao ohnehin nicht im Ranking verzeichnet; der Grund dafür blieb unklar. Binance bestritt jedenfalls gegenüber Bloomberg, dass die Vermögensschätzung zutreffe. Abgesehen davon sei die Kryptobranche noch in einer Wachstumsphase und damit großen Schwankungen unterworfen. "Jede Zahl, die man heute hört, wird eine andere als die Zahl am nächsten Tag sein", erklärte die Börse.

Changpeng Zhao nahm nicht unmittelbar Stellung dazu. Über Twitter teilte er mit, dass man sich nicht auf Rankings konzentrieren sollte, sondern darauf, wie vielen Menschen man helfen könne. Statt Reichstumsvergleichen sollte es lieber Rankings für Philanthropie geben.

Die 2017 von Changpeng Zhao gegründete Kryptobörse Binance ist derzeit der weltgrößte Handelsplatz für Kryptowährungen und Derivate darauf. Bloomberg zufolge habe die Börsen allein 2021 rund 20 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht. Allerdings ist Binance keineswegs unumstritten und hat immer wieder Ärger mit Aufsichtsbehörden am Hals. Vergangenes Jahr musste die Börse etwa in Deutschland auf Geheiß der Bafin ihr Geschäft mit sogenannten Aktientoken wieder einstellen. Auch die Finanzaufsichten in den USA, Großbritannien, Japan, Singapur und anderen Ländern haben Binance im Visier.

Ursprünglich in China gegründet, hatte das Unternehmen auch schon mehrfach den Sitz gewechselt, unter anderem residierte es in Malta. Kritiker sehen hinter den häufigen Wechseln des Hauptsitzes den Versuch, sich Regulierungsauflagen zu entziehen.

(axk)