Grünen-Politikerin fordert Sperrliste zum Schutz vor Handy-Diebstahl

Grünen-Politikerin Bärbel Höhn fordert, dass alle Mobilfunkanbieter Sperren der fünfzehnstelligen IMEI-Gerätenummern anbieten.

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  • Michael Wilde

Fast auf den Tag genau ein Jahr, nachdem Grünen-Verbraucherschutzpolitikerin Ulrike Höfken die Diebstahlsicherung für Handys gefordert hatte, erinnert nun Kollegin Bärbel Höhn an dieses Anliegen. "Der 'Handy-Klau' muss unattraktiv gemacht werden", forderte die Grünen-Fraktionsvize in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Berlin. Sie rief alle Mobilfunkanbieter dazu auf, bei Diebstahl künftig die Geräte-Identifikationsnummer des gestohlenen Telefons in eine Sperrliste einzutragen. "Ich möchte, dass sie von sich aus aktiv werden." Wenn das nicht erfolgreich sei, müsse ein Gesetz geprüft werden.

Bisher kann nach dem Diebstahl eines Handys bei den meisten Mobilfunkanbietern nur die SIM (Subscriber Identity Module)-Karte gesperrt werden. Das Verfahren hat nach Ansicht der Grünen-Politikerin deutliche Schwächen. "Wenn jemand auf dem gestohlenen Handy weiter telefonieren will, setzt er einfach eine andere SIM-Karte ein", sagte Höhn. Da bei jedem Telefonat aber auch die Geräte- Identifikationsnummer (IMEI) übertragen werde, könnten die Betreiber über eine zentrale Sperrliste ein Handy, das als gestohlen gemeldet sei, vom Netzzugang ausschließen. "Damit würde der 'Handy-Klau' zurückgehen, weil er sich nicht mehr lohnt", sagte Höhn.

Auf geteiltes Echo stieß diese Forderungen bei Mobilfunkanbietern. Während Vodafone, das bereits einen solchen Schutz anbietet, das Engagement Höhns begrüßte, äußerten sich E-Plus und T-Mobile eher skeptisch. Vodafone-Kunden können bei Diebstahl ihres Geräts die fünfzehnstellige IMEI-Gerätenummer sperren lassen, wodurch das Telefon nicht mehr zu nutzen sei. "Wir halten das für eine sehr sinnvolle Sache", sagte ein Vodafone-Sprecher am Samstag. Bisher ist Vodafone der einzige Anbieter in Deutschland, der mit einer Sperrung über die IMEI-Seriennummer arbeitet.

E-Plus und T-Mobile äußerten dagegen Bedenken. "Die IMEI-Nummern können sehr leicht überschrieben werden, so dass die Sperrung unwirksam wird", sagte ein Sprecher von T-Mobile. Im Internet gebe es Anbieter, die entsprechende Dienstleistungen anbieten. Auch E-Plus argumentierte so.

"Es ist sinnvoll, dass sich möglichst viele Anbieter und Länder daran beteiligen", betonte Höhn. "Nur dann ist die Diebstahlsicherheit auch im Urlaub gegeben." In Großbritannien und Australien gebe es die Sicherung über die IMEI-Nummer bereits.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hatte im vergangenen Jahr an die Mobilfunkbetreiber appelliert, für einen besseren Diebstahlschutz bei Handys zu sorgen. Die Zahl geraubter Mobiltelefone hat nach Angaben Höhns zugenommen. (mw)