Grüner Wasserstoff: Siemens Energy, HH2e und Uniper planen "Zukunftskraftwerk"

Nach Vattenfall und Shell planen weitere Unternehmen, in Hamburg-Moorburg grünen Wasserstoff zu produzieren.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 32 Beiträge

(Bild: Juniper)

Von
  • Andreas Wilkens

Siemens Energy, HH2e und Uniper wollen in Hamburg-Moorburg grünen Wasserstoff erzeugen und Prozess- und Fernwärme bereitstellen. Hierfür planen die drei Unternehmen ein "Zukunftskraftwerk" mit den Hauptkomponenten Hochtemperaturspeicher, Elektrolyseur und einer "innovativen Gasturbine". Außerdem wollen sie eine Wasserstoff-Handelsplattform aufbauen.

"Grüner Wasserstoff" bedeutet, das Gas wird mithilfe von erneuerbarer Energie per Elektrolyse aus Wasser gewonnen, in diesem Projekt wird Windstrom genannt. Perspektivisch sei es möglich, den Wasserstoffbedarf der Hamburger energieintensiven Industrie komplett emissionsfrei zu machen, heißt es in einer Mitteilung der drei Unternehmen . Ein Teil der gespeicherten Energie soll als Prozessdampf an die Hamburger Industrie geliefert werden. Zudem soll grüner Wasserstoff mithilfe einer möglichst NOx-armen, hocheffizienten Gasturbine in klimafreundlichen Strom und grüne Fernwärme umgewandelt werden.

Die geplante Wasserstoff-Handelsplattform soll zum internationalen Marktplatz für den physikalischen und bilanziellen Handel mit Wasserstoff werden. Denkbar sei auch der Handel mit weiteren, aus grünem Wasserstoff gewonnenen Energieträgern wie Ammoniak, Methanol oder synthetischen Kraft- und Brennstoffen.

Am Standort des bisherigen Kohlekraftwerks in Hamburg-Moorburg planen auch Shell und Vattenfall, die Produktion von Wasserstoff in großem Stil aufzunehmen. Dieses Projekt stehe zu dem von Siemens Energy und Partnern nicht in Konkurrenz, sondern sei vielmehr komplementär, wie ein Sprecher von Siemens Energy gegenüber heise online erklärte.

Siemens Energy sei jederzeit für Kooperationen und enge Zusammenarbeit offen und gesprächsbereit. Das Areal in Hamburg-Moorburg, auf dem heute noch ein Kohlekraftwerk steht, sei groß und leistungsfähig genug beispielsweise für mehrere große Elektrolyseanlagen. Auch werde die lokale Nachfrage nach klimaneutralem Wasserstoff in Hamburg und der Region in den kommenden Jahren und Jahrzehnten steigen; diese Nachfrage solle gedeckt werden können.

(anw)