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Gut gerüstet: Olympus µ1050 SW

Kurz bevor Olympus seine Outdoor-Kamerareihe SW in "Tough" umbenannt hat, kam noch die kleine µ1050 SW auf den Markt. Die wasser-, frost- und trittfeste Kompakte bietet auch ein Outdoor-taugliches neues Bedienkonzept.

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(Bild: Olympus)

Die µ1050 SW aus Olympus' Outdoor-Kameraserie ist bis zu drei Meter tauchfest, bis -10°C frostsicher und bis zu einer Höhe von 1,5 Meter stoß- beziehungsweise fallfest. Äußerlich ist sie kaum von der noch erhältlichen Vorgängerin µ1040 SW zu unterscheiden, doch verbirgt sich im Gehäuse ein neues Bedienkonzept. Damit die Finger auf der Ski-Piste auch bei Minusgraden noch warm bleiben, lässt sich die µ1050 über Antippen der Gehäuseseiten einstellen. Die Bedienmöglichkeit ist begrenzt auf die Blitzeinstellung, die Wiedergabe und eine Gegenlicht-Korrektur. Eine nützliche Alternativ-Bedienung, auch wenn die Kamera nicht immer beim ersten Klopfer reagiert – die Tasten widersetzen sich aufgrund ihrer Kleinheit und einer engen Platzierung der Bedienung mit großen Fingern oder sogar Handschuhen. Mit dem 6,9 Zentimeter (2,7 Zoll) großen Display (320 × 240 Pixel) bleibt dann auch keine Daumen-Ablagefläche auf der Rückseite übrig. Gut ist der Einsehwinkel und die brillante Wiedergabe des kleinen Monitors – auch bei Sonneneinstrahlung ist das Motiv noch zu erahnen.

Zum Schutz der innenliegenden Optik setzt Olympus auf einen stabilen Schieber, der durch Sonys T-Serie bekannt geworden ist und den Zweck bislang am erfolgreichsten erfüllt. Bauartbedingt erstreckt sich der Brennweitenbereich allerdings nur über weitwinkelbefreite 38-114 mm (äquivalent Kleinbild; f/3,5-5,0). Enervierend dabei ist das ständig nachfokussierende Zoom, das eine unerwünschte Geräuschkulisse erzeugt. Auch wenn das 10-Megapixelmodell vor Erschütterungen gewappnet ist, bietet es keinen mechanischen oder optischen Schutz vor verwackelten Bildern. Das Menü „Wackelhand“ setzt lediglich automatisch die Empfindlichkeit hoch, wodurch sich die Verschlusszeiten verkürzen. Das hat aber meist nur verrauschte Fotos zur Folge. Um die Kamera vor Wassereinbruch zu schützen, sind das USB-Adapter und das xD-Kartenfach (einen Adapter liefert für die Nutzung von microSD- und microSDHC-Speicherkarten legt die Firma bei) speziell abgedichtet. Während sich die Kamera noch meldet, wenn die Abdeckung des Batterie- und Kartenfachs offen ist, bleibt der Fotograf bei nicht korrekt geschlossener USB-Fach-Abdeckung uninformiert.

Außenaufnahme mit ISO 100 - trotz mäßigem Kontrastunterschied weist die µ1050 SW starke chromatische Aberrationen auf.

Negativ fällt die lange Auslöseverzögerung (inklusive Fokuszeit) auf, die schon im Weitwinkel bei 1,1 Sekunden liegt und sich zur Telebrennweite noch verlangsamt (1,2 Sekunden) – damit ist die µ1050 SW alles andere als schnappschusstauglich. Auch die Serienbildrate gehört mit 0,5 Bildern pro Sekunde nicht zur Schnellsten. Der Objektumfang ist bei ISO 100 gut und deckt 8,5 Blenden ab, reduziert sich aber bei ISO 400 auf 7,0 Blenden. Bei ISO 100 gibt die Kamera Details detailliert wieder, allerdings kann die „rauschfreie“ Empfindlichkeit wegen dem lichtschwachen Objektiv nur selten genutzt werden.