HEVC-Nachfolger VVC/H.266: Videokodierung finalisiert und bereit für GPUs

Erste Grafikchips beziehungsweise Systems-on-Chips, die den Videokodierungsstandard H.266 beherrschen, befinden sich in der Entwicklung.

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(Bild: REDPIXEL.PL/Shutterstock.com)

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Das Berliner Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut hat die Finalisierung des Videokodierungsstandards H.266 alias Versatile Video Coding (VVC) bekanntgegeben. Er folgt auf H.265 alias High Efficiency Video Coding und komprimiert Daten maximal doppelt so stark bei gleichbleibender visueller Qualität. Ein 90-minütiger Film in Ultra-HD-Auflösung mit 3840 × 2160 Pixeln nähme laut dem Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut so nur 5 statt 10 GByte Speicherplatz ein.

Das offizielle Logo des VVC- beziehungsweise H.266-Kodierers.

(Bild: Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut)

Im kommenden Herbst 2020 will das Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut einen Software-De- und -Enkodierer bereitstellen, der auf Prozessorkernen läuft. Vorabversionen des HEVC-Nachfolgers zeigten Entwickler bereits auf der IFA 2019. Erste Chips, die H.266 beschleunigen, befinden sich laut Pressemitteilung in Entwicklung. De- und Enkodierer sind Teil der Grafikeinheit von System-on-Chips und eigenständigen Grafikchips. Bis solche vollumfänglich mit neuen Videokodierungsstandards umgehen können, vergehen jedoch üblicherweise Jahre.

Das Joint Video Experts Team der International Telecommunication Union (ITU) und der Moving Picture Experts Group (MPEG) wollen Lizenzen für H.266 beziehungsweise VVC unter FRAND-Voraussetzungen verkaufen: "fair, reasonable and non-discriminatory". Zu diesem Zweck haben die Verantwortlichen das Media Coding Industry Forum (MC-IF) ins Leben gerufen. Details zu den Kosten werden wie üblich nicht genannt. (mma)