HP2: Samsung bringt 200-Megapixel-Sensor für Smartphones

Nicht nur für noch größere Fotos, sondern bessere Bildqualität soll Samsungs neuer CMOS-Sensor dienen. Er passt zudem in bisherige Formfaktoren.

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Samsungs Bildsensor HP2

(Bild: Samsung)

Von
  • Nico Ernst

Samsung hat einen neuen Foto- und Videosensor für Smartphones aus seiner Reihe Isocell angekündigt. Das Modell HP2 soll dabei bereits in Serie hergestellt werden, und kommt damit offenbar noch vor dem HP3 auf den Markt, der bereits vor einem halben Jahr vorgestellt wurde.

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Im Unterschied zum HP3, der einen 1/1,4 Zoll durchmessenden Sensor besitzt, ist der HP2 im Format 1/1,6 Zoll konstruiert. Wie Samsung verspricht, soll er damit ohne zusätzliche Optik auch in Smartphones Platz finden, die für den bisherigen 108-Megapixel-Sensor des gleichen Herstellers entworfen wurden. Wie bei diesem beherrscht die Elektronik die Funktion des Pixel Binning.

Dabei werden entweder vier oder sechzehn benachbarte Pixel von je 0,6 Mikrometern zu einem effektiven Bildpunkt zusammengefasst, wobei sich die Auflösung dann jeweils auf 50 oder 12,5 Megapixel reduziert. Das entspricht nicht nur eher der optischen Auflösung der Objektive von Smartphones, sondern soll vor allem bei schwierigen Lichtbedingungen bessere Bilder ermöglichen. Samsung erwähnt das zwar nicht ausdrücklich, aber vor allem dem Rauschverhalten kommen solche Techniken zugute. Samsung nennt sein Binning "Tetra²Pixel".

Einen Marketingnamen hat auch der Kontrastautofokus bekommen, Samsung nennt ihn "Super QPD". Je vier Pixel bilden dabei einen Messpunkt, um horizontale oder vertikale Kontrastunterschiede zu erkennen. Wie beim Pixel Binning werden die vielen Pixel auch für HDR-Aufnahmen genutzt, dabei gibt es mehrere Modi: Bei 50 Megapixeln werden zwei ISO-Werte bei einer Belichtung angewandt, und mit "Smart ISO Pro" sind es mehr als zwei – genau sagt Samsung das nicht –, und es ergeben sich 12,5-Megapixel-Bilder oder 4K-Videos mit 60 FPS. Die maximale Videoauflösung beträgt 8K bei 30 FPS.

Als anscheinend wirklich neu entwickeltes Feature beherrscht der HP2 den sogenannten "Dual Vertical Gate Transfer" (D-VTG). Dafür gibt es für jedes Pixel ein weiteres Gate unterhalb der Fotodiode, sodass sich 33 Prozent mehr Elektronen speichern lassen. Samsung erwartet sich davon vorwiegend weniger Überbelichtungen in besonders hellen Bildbereichen.

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(keh)