HTC Vive Flow: Kompakte Wellness-VR-Brille für Achtsame

HTC hat eine Virtual-Reality-Brille vorgestellt, die explizit kein Headset sein soll. Das kompakte Gerät soll vor allem Meditations-Apps und Videos abspielen.

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Die Vive Flow sieht aus wie eine sehr, sehr große Sonnenbrille.

(Bild: HTC Vive)

Von
  • Jan-Keno Janssen

Die zurzeit wohl kompakteste Virtual-Reality-Brille hat HTC vorgestellt: Die HTC Flow wiegt lediglich 189 Gramm – zum Vergleich: Das PC-Headset Vive Pro 2 kommt auf 850 Gramm. Deshalb nennt HTC ihr neues Gerät auch explizit nicht VR-Headset, sondern VR-Brille.

Die Flow positioniert sich in Sachen Funktionsvielfalt unterhalb autarker Headsets wie Oculus Quest 2 und Vive Focus 3: Vollständiges Handcontroller-Tracking gibt es nicht, stattdessen fungiert ein per Kabel angeschlossenes Android-Smartphone als Zeigecontroller mit drei Bewegungsachsen. Das Headset selbst beherrscht dank zwei eingebauter Kameras sechs Freiheitsgrade (6DOF), erkennt also nicht nur Kopfdrehung und -neigung, sondern auch Bewegung im Raum.

Über zwei Drehräder lassen sich die Dioptrienwerte einstellen.

(Bild: HTC Vive)

Zwar ist ein Akku in die leichtgewichtige Brille eingebaut, dieser puffert aber nur kurze Umsteckpausen – als primäre Energieversorgung dient ein Smartphone mit USB-C-Power-Delivery oder eine Powerbank. 7,5 Watt genehmigt sich das Headset laut HTC. Die Displays zeigen pro Auge eine Auflösung von 1600 × 1600 Pixeln, die Bildwiederholrate liegt bei 75 Hertz, das horizontale Sichtfeld (FoV) bei 100 Grad. Da unter die HTC Flow keine Brille passt, kann man Dioptrienwerte bis -6 mit einem Drehrad an jedem Display ausgleichen. Ein Lüfter sorgt für Kühlung, außerdem sind Lautsprecher und Mikrofone eingebaut.

Weitere technische Details wollte HTC uns auch auf Anfrage nicht nennen – wir wissen nicht, welche Displaytechnik und was für ein System on a Chip zum Einsatz kommt. Sicher ist lediglich, dass es sich wie bei Vive Focus und Oculus Quest um ein Android-System handelt.

Als Software-Plattform kommt Vive Wave zum Einsatz, Apps kann man im Viveport-Store herunterladen. Allerdings müssen Vive-Focus-Apps zuerst angepasst werden, da sie standardmäßig mit zwei 6DOF-Handcontrollern arbeiten – und die hat die Flow ja nicht. Als einzige App konkret erwähnt wird die psychedelische Meditations-Software Tripp, ansonsten ist unklar, welche Apps es für die Vive Flow zum Start geben wird. Laut HTC liegt der Fokus auf Achtsamkeits- und Meditations-Apps; außerdem sei es möglich, in einem virtuellen Fernsehzimmer über Miracast vom Smartphone gestreamte Videodateien anzuschauen. Zudem kann man den Smartphone-Bildschirm auf die Brille spiegeln. Benötigt wird ein Smartphone mit mindestens Android 9, für Videoübertragung muss das Handy HDCP 2.2 unterstützen.

Die Vive Flow ist für 549 Euro vorbestellbar, ausgeliefert werden soll das Gerät Anfang November. Im Preis enthalten sind sieben Apps und eine Zwei-Monats-Flatrate im Viveport-Appstore.

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(jkj)