Habeck: Corona-App muss auch auf alten Smartphones laufen

Zwar wird die Corona-Warn-App bisher gut angenommen, Menschen mit älteren Smartphones können sie aber häufig gar nicht nutzen.

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(Bild: Natashilo/Shutterstock.com)

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Grünen-Chef Robert Habeck hat Einschränkungen der Corona-Warn-App kritisiert. "Es ist wirklich ein Problem, dass die App nur auf neueren Smartphones läuft. Dadurch lässt sie ausgerechnet Ältere oder Menschen mit wenig Geld außen vor", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstag). "Auch sie müssen erfahren können, ob sie mit Infizierten Kontakt hatten. Die Bundesregierung muss jetzt alles dafür tun, dass möglichst alle Menschen die App nutzen können."

Habeck plädierte zudem dafür, den Einsatz der App gesetzlich zu regeln, um das Vertrauen der Bevölkerung zu erhöhen. "Die App muss streng zweckgebunden und freiwillig bleiben." Auch Ex-SPD-Chef Franz Müntefering mahnte die Einschränkung an. "Dringenden Besserungsbedarf gibt es in Bezug auf ältere Geräte, auf denen die App nicht funktioniert. Davon sind Senioren besonders betroffen", sagte der 80-Jährige, der auch Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen, dem Nachrichtenportal t-online.de.

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Die App soll bei Apple-Handys ab iOS 13.5 funktionieren. Android-Geräte sind theoretisch ab Android 5.0 (Lollipop) mit der für die App wichtigen Schnittstelle kompatibel, benötigen allerdings auch passende Bluetooth-Low-Energy-Hardware. [Update, 18.06.2020, 11:15 Uhr] Diese ist zumindest seit Android 4.3. ansprechbar. Und auch iPhones ab dem iPhone 4s können BT LE nutzen. [/Update] Experten schätzen, dass zwischen zehn bis 20 Prozent aller im Einsatz befindlichen Smartphones in Deutschland nicht die Mindestvoraussetzungen für die App erfüllen.

Seit ihrem Start am Dienstagmorgen sei die App über sieben Millionen Mal heruntergeladen und installiert worden, hatte Digitalstaatsministerin Dorothee Bär (CSU) am Mittwoch gesagt. Damit auch Menschen mit älteren Smartphones die Anwendung nutzen können, will die Bundesregierung bei Apple und Google erreichen, dass die Mindestvoraussetzungen heruntergeschraubt werden.

(mit Material der dpa) / (kbe)