Hacker haben 2020 fast 3,8 Milliarden US-Dollar in Kryptowährungen erbeutet

Ethereum Apps waren das erste Ziel der Hacker. Die Anleger verlieren ihre Einlagen aber auch durch vergessene Kennwörter.

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Verschiedene Kryptowährung-Münzen

(Bild: mk1one/Shutterstock.com)

Von
  • Frank Schräer

Im Laufe des vergangenen Jahres haben Blockchain-Hacker bei über 120 Angriffen unterschiedlichster Art rund 3,78 Milliarden US-Dollar in Kryptowährungen gestohlen, wenn man den Bitcoin-Höchstwert von Januar 2021 als Berechnungsgrundlage heranzieht. Das bedeutet, dass rund ein Drittel aller bislang überhaupt verzeichneteten Blockchain-Angriffe allein im Jahr 2020 erfolgt sind.

Oberstes Ziel der Hacker waren die Ethereum (ETH) DApps. Im letzten Jahr gab es 47 als erfolgreich registrierte Angriffe auf diese dezentralen ETH-Apps. Dies hat die ETH-Anleger nach den gestrigen Kursen rund 436,4 Millionen US-Dollar gekostet. Die Hacker haben also 9,28 Millionen US-Dollar pro Angriff erbeuten können.

Wechselstuben für Kryptowährungen waren ebenfalls ein beliebtes Ziel der Hacker, wie Atlas VPN berichtet. Hier können Anleger ihre digitalen Coins gegen andere Werte eintauschen. Letztes Jahr wurden hier 28 erfolgreiche Hacker-Angriffe registriert, die sich auf Verluste in Höhe von etwas über 300,1 Millionen US-Dollar summiert haben.

Den dritten Platz der Blockchain-Hacker-Favoriten nehmen die sogenannten Blockchain-Wallets ein, in denen die Anleger ihre Kryptowährungen speichern. Diese digitalen Geldbeutel waren letztes Jahr Ziel von 27 erfolgreichen Angriffen, bei denen die Hacker 3,03 Millionen US-Dollar stehlen konnten.

Positiv anzumerken ist immerhin, dass die Zahl der Blockchain-Angriffe zurückgegangen ist im Vergleich zum vorangegangenen Jahr. Denn 2019 wurden noch mehr als 130 erfolgreiche Hacks registriert. Allerdings ist dies nur ein Rückgang von 8 Prozent. Nachdem Bitcoin erstmals eine Marke über 35.000 US-Dollar erreicht hat und andere Kryptowährungen ebenfalls angestiegen sind, dürften diese weiter attraktiv für Hacker-Angriffe sein.

Hacker-Angriffe sind allerdings nicht das einzige Problem der Anleger von Kryptowährungen. Nach Angaben der New York Times sind ungefähr 20 Prozent aller 18,5 Millionen existierenden Bitcoins verloren oder nicht mehr aufzufinden. Dies läuft auf einen Gesamtwert von etwa 140 Milliarden US-Dollar hinaus.

Hauptgrund für ein verlorenes Blockchain-Wallet ist ein vergessenes Kennwort. Die Anleger von Kryptowährungen können nicht auf eine Bank oder digitale Zahlungsdienstleister wie PayPal zurückgreifen, um sich eine neue PIN oder ein neues Kennwort zuschicken zu lassen. Der Anwender muss zwar seine Identität nicht preisgeben, um sich ein Blockchain-Wallet anzulegen. Dafür ist er aber selbst für seine Kryptowährungen und deren Verwaltung verantwortlich.

Manche Anleger sitzen mittlerweile auf Bitcoins im Wert von mehreren Millionen US-Dollar, die auf Festplatten gespeichert sind. Durch das fehlende Kennwort sind sie allerdings nicht mehr erreichbar oder nutzbar. Ein Beispiel ist einer der Ersteller des populären Bitcoin-Einführungsvideos von 2011, das bei YouTube schon fast 10 Millionen Aufrufe zählt. Dieser hat damals 7.002 Bitcoins bekommen, aber dann seine digitalen Zugangsdaten verloren. Der Wert seines verlorenen Blockchain-Wallets beläuft sich aktuell auf über 230 Millionen US-Dollar. Nun hat er die Festplatte sicher weggeschlossen und wartet entweder auf eine Eingebung oder eine neue Möglichkeit, die Daten zu entschlüsseln.

(fds)