Hackerangriffe aus Langeweile – Durchsuchungen in Calw und Soltau

Aus Langeweile soll ein 16- zusammen mit einem 20-Jährigen Hackerangriffe auf deutsche Firmen verübt haben. Aber auch bis nach Nigeria reichten seine Attacken.

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(Bild: Daniel Jedzura/Shutterstock.com)

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Hackerangriffe auf Banken aus Langeweile: Ein 16-jähriger Niedersachse und ein 20-jähriger Baden-Württemberger sollen die Computernetze von Banken und Telekommunikationsanbietern in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Berlin und anderen Bundesländern attackiert haben. Wegen des Verdachts der Computersabotage in besonders schweren Fällen und der versuchten Erpressung hätten Einsatzkräfte des LKA und des Bundeskriminalamtes auf Antrag der Staatsanwaltschaft Itzehoe am Dienstag die Wohnungen der zwei Beschuldigten in Soltau und Calw durchsucht. Dabei seien diverse Datenträger sichergestellt worden.

Das teilte die Staatsanwaltschaft Itzehoe, das Landeskriminalamt Schleswig-Holstein und das Bundeskriminalamt am Mittwoch mit. Von den Angriffen betroffen waren den Angaben zufolge ab Juli 2019 vorübergehend mehrere Unternehmen, darunter die Deutsche Kreditbank. Als eine der ersten Firmen war die TNG Stadtnetz GmbH in Kiel angegriffen worden. Deshalb seien auch die Staatsanwaltschaft Itzehoe und das Landeskriminalamt Schleswig-Holstein zuständig, sagte eine Polizeisprecherin.

Durch die Angriffe waren unter anderen Internetanschlüsse, Webseiten und Online-Banking-Systeme für Kunden über mehrere Tage nicht nutzbar. Derzeit sei von einem Gesamtschaden in siebenstelliger Höhe auszugehen, hieß es. Genauere Angaben zur Schadenshöhe oder zu weiteren betroffenen Unternehmen wollte die Staatsanwaltschaft zunächst nicht machen.

Den Beschuldigten wird vorgeworfen, durch den Aufbau eines Botnetzes in mindestens zwölf Fällen DDos-Angriffe (Distributed Denial of service) auf die Unternehmen unternommen zu haben.

Nach ersten Ermittlungen soll der 16-Jährige aus Soltau die Taten aus Langeweile und Einsamkeit begangen zu haben. Er soll auch im April 2019 Router von Telekommunikationsanbietern in Nigeria sowie von deren Endkunden lahmgelegt und für die Entsperrung Bitcoins im Wert von jeweils rund 100 Euro gefordert haben. Deshalb werde ihm auch gewerbsmäßige Erpressung vorgeworfen.

(mho)