Hacks gegen Blockchain-Plattformen: 2022 fast zwei Milliarden US-Dollar geklaut

Auch bei zuletzt gefallenen Kursen haben die Angriffe gegen Kryptowährungs-Plattformen Konjunktur, wie zwei Studien zeigen.

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(Bild: Shutterstock)

Studien zufolge sind Plattformen der Kryptowährungsbranche allein im ersten Halbjahr 2022 um umgerechnet fast zwei Milliarden US-Dollar bestohlen worden. Das geht aus den Auswertungen der Blockchain-Analysehäuser Chainalysis und Slowmist hervor.

Slowmist zählte dabei insgesamt 187 Sicherheitsvorfälle mit Schäden von über 1,9 Milliarden US-Dollar. Rund 100 davon hätten sich bei sogenannten Defi-Plattformen ereignet. Defi steht für Decentralized Finance – also Finanzanbieter, die auf Blockchain-Infrastruktur setzen und ihre Prozesse möglichst mit über die Chain laufenden Smart-Contracts abwickeln.

Die größten Schadenssummen seien bei Cross-Chain-Protokollen, auch Bridges genannt, aufgelaufen. Bridges sind eine Mischung aus Wechselstube und Treuhänder; sie dienen dazu, Werte von einer Chain in einer anderen nutzbar zu machen. Dafür muss man Coins einer Chain einzahlen, die dann in einem Smart Contract eingefroren werden, und deren Gegenwert man in Tokens für die andere Chain erhält. Diese Tokens können dann auch wieder zum Auslösen ursprünglich eingezahlter Coins verwendet werden.

Die hohen Einlagesummen, die in solchen Bridge-Contracts stecken, machen sie zu besonders attraktiven Zielen für die Angreifer. Entsprechend spektakulär nahm sich auch die Beute bei den Hacks gegen Ronin-Bridge (Schadenssumme damals rund 550 Millionen Euro), Wormhole (300 Millionen Euro) und Harmony (100 Millionen Euro) aus. Chainalysis sieht auch als einen Faktor, dass der Code solcher Plattformen quelloffen vorliegt und von Angreifern in aller Ruhe auf Lücken untersucht werden kann.

Während andere Formen kryptowährungsbezogener Kriminalität wie etwa Anlagebetrug im Zuge der Kursrutsche vergangener Monate zurückgegangen seien, wären die Schadenssummen durch Angriffe auf Plattformen im ersten Halbjahr 2022 auf 1,9 Milliarden US-Dollar sogar gestiegen, stellte Chainalysis fest. Im ersten Halbjahr 2021 seien es noch 1,2 Milliarden US-Dollar gewesen.

Angriffe wie gegen das Nomad-Protokoll und die Solana-Wallets im August ließen nicht erwarten, dass sich der Trend im zweiten Halbjahr abschwäche. Die Branche müsse unbedingt ihre Bemühungen um Sicherheit erhöhen, folgern die Analysten. Ebenfalls sollten Strafverfolger ihre Möglichkeiten zur Beschlagnahme von gestohlenem Kryptogeld ausbauen, um die Hacks unrentabel zu machen.

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(axk)