Hände waschen mit watchOS 7: Apple forscht seit Jahren an Detektion

Die Anti-Corona-Hilfsfunktion für die Apple Watch beschäftigte die Ingenieure des Konzerns schon vor der Pandemie, so das Unternehmen.

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(Bild: Apple)

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Die neue Version des Apple-Watch-Betriebssystems kommt mit einer überraschenden neuen Funktion: watchOS 7 kann erstmals die Handhygiene kontrollieren. Das frische Feature hat der Hersteller allerdings nicht "mal eben" implementiert, um auf die Corona-Krise zu reagieren, sondern forscht bereits seit mehreren Jahren daran. Das erklärte der für die Software der Computeruhr zuständige Apple-Manager Kevin Lynch nun gegenüber US-Medien.

Wie Lynch nun angab, ist die Erkennung technisch aufwendig: Man habe lange "Trial and Error" durchgemacht, bis das Verfahren funktioniert hat, so Lynch. Selbst das Geräusch der Seife gegen die Hände kann die Watch demnach detektieren. Nutzer können sich stündlich daran erinnern lassen, ihre Hände nach den Regeln der WHO zu reinigen. Laut Lynch nutzt die Computeruhr Modelle aus dem maschinellen Lernen, um das Händewaschen zu erkennen. Dabei soll es egal sein, ob der Nutzer einen wassersparenden Hahn verwendet oder einen normalen. Die Erinnerungen der Uhr sollen den Nutzer zudem nicht nerven, so Lynch – sie gibt auch laut, wenn die Reinigung nicht lange genug durchgeführt wird.

Apples Smartwatch kann den Nutzer ab Herbst beim regelmäßigen Händewaschen unterstützen: Über die Beschleunigungssensoren soll die Uhr die dafür typische Handbewegungen erfassen, per Mikrofon werde außerdem das Rauschen des Wasserhahns geprüft, erklärte der Hersteller. Die Geräusche werden dabei aber nicht "automatisch gespeichert oder aufgezeichnet". Ein Timer erinnert den Nutzer daran, die Hände für 20 Sekunden zu waschen, dies könne "dabei helfen, die Ausbreitung von Krankheiten zu verhindern". Häufigkeit und Dauer des Händewaschens protokolliert die Apple Watch zudem in der Health-App auf dem iPhone, so Apple.

In Sachen Erkennung von COVID-19 hat Apple aktuell noch keine Details zu vermelden. Technisch denkbar wäre, Krankheitsmuster aus Herzfrequenz und dem 1-Kanal-EKG, das die Uhr seit der Series 4 mitbringt, zu extrahieren. Laut Apples Health-Vizepräsidentin Sumbul Ahmad Desai hat Apple ein Corona-Tracking mit der Apple Watch aber noch nicht spezifisch untersucht, unterstütze aber "Initiativen in diesem Bereich". Gemeint dürfte damit die medizinische Forschung mit der Uhr rund um das Coronavirus sein.

(bsc)