Halbleiterfertigung: Ausrüstungsriese ASML kauft Zulieferer Berliner Glas

ASML will die Linsen und Optiken von Berliner Glas unter anderem in seinen EUV-Lichtmaschinen einsetzen, die Unternehmen wie TSMC, Samsung und Intel kaufen.

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(Bild: ASML)

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Zur Bekanntgabe der jüngsten Geschäftszahlen hat der niederländische Halbleiterausrüster ASML die Übernahme des deutschen Optikherstellers Berliner Glas angekündigt. ASML stellt derzeit als einziges Unternehmen weltweit Belichtungsmaschinen her, die mit extrem-ultraviolettem Licht (EUV) arbeiten.

In diesen Systemen stecken Komponenten von Zulieferern, zum Beispiel Laser von Trumpf, aber auch Linsen von Zeiss. In Zukunft sollen auch Optiken von Berliner Glas in den eigenen Belichtungsmaschinen zum Einsatz kommen. Die Berliner produzieren außer Linsen auch Glaskeramikspiegel zur Lichtlenkung und Wafer-Haltesysteme (sogenannte Chucks). Über den Kaufpreis schweigen sich die beteiligten Unternehmen derweil aus. Die Behörden müssen der Übernahme noch zustimmen.

In der Bekanntgabe der Geschäftszahlen schreibt ASML, dass im zweiten Quartal 2020 neun EUV-Belichtungsmaschinen ausgeliefert wurden. Was erstmal nicht nach viel klingt, spült jedoch Hunderte Millionen Euro in die Kassen. ASML verkauft beziehungsweise vermietet die Systeme an die größten Halbleiterfertiger, darunter TSMC, Samsung und Intel. Zuvor ausgelieferte EUV-Belichtungsmaschinen sollen sich erst ab dem zweiten Halbjahr in den Geschäftszahlen bemerkbar machen.

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ASML hat im zweiten Quartal 2020 3,3 Milliarden Euro umgesetzt, wovon 751 Millionen Euro als Gewinn übrigblieben. Gegenüber dem Vorquartal entspricht das einer Steigerung von 36 beziehungsweise 92 Prozent. Die Gewinnmarge lag bei 48,2 Prozent (1. Quartal 2020: 45,1 Prozent). 545 Millionen Euro investierten die Niederländer in Forschung und Entwicklung (Research and Development, R&D). Im jetzt laufenden dritten Quartal erwartet ASML einen Umsatz zwischen 3,6 Milliarden und 3,8 Milliarden Euro.

(mma)