Halbleiterfertigung: China wirbt aggressiv TSMC-Ingenieure ab

Verdoppelte Gehälter, Boni und Aufstiegsperspektiven sollen laut einem Medienbericht neue Talente anlocken.

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(Bild: Taiwan Semiconductor Manufacturing Co., Ltd.)

Von
  • Mark Mantel

In Zeiten des Handelskrieges mit den USA, die Unternehmen wie Huawei von der internationalen Chipfertigung ausschließen, verstärkt China seine Bemühungen, die heimische Halbleiterindustrie voranzutreiben. Ins Visier gerät dabei offenbar insbesondere der taiwanische Chipauftragsfertiger TSMC, dessen Entwicklungsabteilung seit Jahren wie ein Uhrwerk funktioniert.

Laut einem Bericht von Nikkei Asian Review haben zwei chinesische Unternehmen TSMCs Ingenieure ins Visier genommen: Quanxin Integrated Circuit Manufacturing (QXIC) und Wuhan Hongxin Semiconductor Manufacturing Co. (HSMC). Geldmittel stellten ein untergeordnetes Problem dar, primär würde es an fähigen Mitarbeitern mangeln.

Seit 2019 sollen beide Unternehmen jeweils etwa 50 erfahrene Ingenieure und Manager von TSMC abgeworben haben. Großzügige Verträge dienen demnach als Lockmittel: 2- bis 2,5-fache Gehälter, Boni und Aufstiegschancen zu hochrangigen Positionen. Shang-Yi Chiang – von 1997 bis 2019 Forschungsleiter und später auch Chief Operating Officer (COO) bei TSMC – arbeitet inzwischen als CEO bei HSMC.

Früher hätten chinesische Unternehmen querbeet Ingenieure abgeworben; mittlerweile sollen sie das laut sogenannten Headhuntern viel gezielter bei führenden Firmen machen. Gleichzeitig investiert China umgerechnet viele Milliarden Euro in den Aufbau neuer Produktionsstätten. Dabei sollen allerdings Organisation und Kommunikation zu Problemen führen: Lokalregierungen und Investoren würden um Gunst beim Staat buhlen, ohne unbedingt Ahnung von der Materie – hier der Halbleiterfertigung – zu haben.

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HSMC will für knapp 16 Milliarden Euro eine Fab bauen, die ab 2022 Chips mit Strukturen von 14 und 12 Nanometern produziert. Eine interne Roadmap vermerkt laut Nikkei Asian Review in den Folgejahren einen Wechsel auf 7-nm-Technik. Bei der Semiconductor Manufacturing International Corporation (SMIC), dem bislang größten chinesischen Halbleiterhersteller, rollen schon heute 14-nm-Chips vom Fließband, allerdings in vergleichsweise kleinen Mengen.

(mma)