Handelskrieg: CPU-Lieferungen an größten chinesischen Server-Hersteller pausiert

Die US-Regierung hat 20 chinesische Unternehmen mit einer neuen schwarzen Liste ins Visier genommen.

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(Bild: c't)

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Intel darf vorübergehend keine Prozessoren mehr an den chinesischen Server-Hersteller Inspur liefern. Inspur steht zusammen mit 19 weiteren Firmen auf einer neuen Liste der US-amerikanischen Regierung, laut der die Unternehmen eng mit der chinesischen Regierung, deren Militär oder der heimischen Verteidigungsindustrie zusammenarbeiten und deswegen unter Beobachtung stehen.

In China stellt Inspur mit Kunden wie Baidu, Alibaba und Tencent den größten Server-Anbieter dar. Tencent ist durch Finanzspritzen in der westlichen Unterhaltungsindustrie stark vertreten: Das Unternehmen hält jeweils 5 Prozent an den Spiele-Publishern Blizzard, Ubisoft und Paradox. "Fortnite"-Entwickler Epic Games gehört zu 40 Prozent Tencent, "League of Legends"-Entwickler Riot Games sogar zu 100 Prozent.

Inspur spielt auch weltweit ganz vorne mit: Laut den Zahlen des Marktforschers IDC vom vierten Quartal 2019 erzielte Inspur mit umgerechnet etwa 1,5 Milliarden Euro den vierthöchsten Umsatz unter Server-Herstellern nach HPE, Dell und IBM.

In einer Stellungnahme gegenüber Tom's Hardware erklärte Intel, in den kommenden Tagen wieder erste Produkte ausliefern zu können. Weitere sollen in den kommenden Wochen folgen, ohne Details zu nennen – unklar ist deshalb, ob Intel künftig wieder uneingeschränkt an Inspur verkaufen darf. Zulieferer IBM und Nvidia dürften zurzeit ebenfalls mit der US-Regierung verhandeln: IBM unterhält ein Joint Venture mit dem chinesischen Unternehmen, Nvidia verkauft GPU-Beschleuniger an die Firma.

Die komplette Liste unter Beobachtung stehender Unternehmen führt Bloomberg auf. Erneut ist Mobilfunkausrüster Huawei vermerkt, der schon seit Mai 2019 auf einer schwarzen Liste der US-Regierung steht. Ebenfalls auf der neuen Liste dabei: Chinesische Luft- und Raumfahrtunternehmen, Schiffbauer, Hersteller von Videoüberwachungsgeräten, Mobilfunkbetreiber und Betreiber von Atomkraftwerken.

(mma)