Handelskrieg: Huawei will angeblich Tochtermarke Honor verkaufen

Einsteiger-Smartphones haben eine geringe Marge. Huawei könnte die eingeschränkten Ressourcen durch US-Sanktionen auf Oberklassemodelle konzentrieren.

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(Bild: Stefan Schomberg / heise online)

Von
  • Mark Mantel

Huawei will angeblich das eigene Smartphone-Geschäft konsolidieren und infolge die Tochtermarke Honor verkaufen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung interner Quellen. Vielversprechende Verhandlungen laufen demnach mit der Holding Digital China, dem derzeitigen Hauptdistributor von Honor-Smartphones.

Andere potenzielle Käufer seien die Konkurrenten TCL und Xiaomi. Die Übernahme soll laut Reuters etwa 15 Milliarden bis 25 Milliarden chinesische Yuan kosten, umgerechnet zwischen 1,9 Milliarden und 3,2 Milliarden Euro.

Aufgrund der US-Sanktionen kommt Huawei kaum noch an Mobilprozessoren und Speicher für Smartphones. Die Halbleitertochter HiSilicon kann beim Chipauftragsfertiger TSMC keine Systems-on-Chip (SoCs) mehr bestellen, Samsung und SK Hynix haben die Handelsbeziehungen ebenfalls eingestellt und lokale Chipauftragsfertiger wie SMIC bieten nur veraltete Prozesstechnik mit vergleichsweise geringer Kapazität.

Bisher konnten Huawei und Honor ihre Smartphones weitgehend mit übergreifender Technik entwickeln. Das beliebte Honor 20 zum Beispiel nutzt einen ähnlichen Unterbau wie Huaweis P30 mit dem gleichen Mobilprozessor HiSilicon Kirin 980. Das Honor-Modell bekommt ein günstigeres Gehäuse und Kameras ohne Leica-Kooperation. Ohne eigene SoCs fällt die Ko-Entwicklung zwischen beiden Unternehmensteilen jetzt schwerer.

Die vorhandenen Ressourcen konzentriert Huawei laut Reuters deshalb auf eigene Oberklasse-Smartphones, die einen größeren Gewinn abwerfen. Honor-Smartphones würden zwar ein Viertel der Verkäufe, aber nur einen Bruchteil des Gewinns ausmachen. Beim Verkauf soll es primär um die Marke Honor und die Beziehungen im Zwischenhandel gehen.

(mma)