Handelskrieg: USA erachten Xiaomi als "chinesisch-kommunistische Militärfirma"

Nach Huawei knöpft sich das US-Verteidigungsministerium Xiaomi vor, der auch in Deutschland beliebte Smartphones verkauft.

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(Bild: heise online/vbr)

Von
  • Mark Mantel

Das US-amerikanische Verteidigungsministerium hat eine aktualisierte Liste von Unternehmen veröffentlicht, die in Verbindung mit dem chinesischen Militär stehen sollen. Fortan wird auch Xiaomi als "chinesisch-kommunistische Militärfirma" betrachtet.

Zu Xiaomis Kerngeschäft gehören Smartphones, die wegen ihres guten Preis-Leistungs-Verhältnisses auch in Deutschland beliebt sind – zu nennen wären die Serien Redmi, Mi und Poco. Weltweit verkauft Xiaomi inzwischen die drittmeisten Smartphones. Zu weiteren Elektronikgeräten im Herstellersortiment gehören Fernseher, PC-Monitore und auch Saugroboter.

Mit der Einstufung als "chinesisch-kommunistische Militärfirma" droht Xiaomi ein ähnliches Schicksal wie Konkurrent Huawei, der ebenfalls auf dieser Liste steht. Anders als Huawei ist Xiaomi allerdings ein reiner Elektronikkonzern ohne Sparte für Netzwerkausrüstung. Die US-Regierung wirft Huawei vor, fürs chinesische Militär zu spionieren, und schließt das Unternehmen deswegen vom heimischen 5G-Ausbau aus.

Auswirkungen für Xiaomi könnten sich zeigen, wenn das US-Handelsministerium dem Verteidigungsministerium folgt und das Unternehmen auf die sogenannte "Entity List" setzt. Dann dürfte Xiaomi ohne Ausnahmeregelung beispielsweise keine Google-Dienste mehr nutzen und Smartphone-Prozessoren mit US-Technik kaufen.

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Ein erster Stichtag soll laut US-Nachrichtendienst Reuters am 11. November 2021 erfolgen – von da an dürfen US-Firmen demnach nicht mehr in Unternehmen investieren, die mit dem chinesischen Militär in Verbindung gebracht werden.

In einer Stellungnahme gegenüber The Verge schreibt Xiaomi, dass man sich an Gesetze und Regulierungen von Ländern halte, in denen man operiert. "Xiaomi gehört nicht dem chinesischen Militär, wird nicht von diesem kontrolliert und steht nicht damit in Verbindung. [Xiaomi] ist keine 'chinesisch-kommunistische Militärfirma', wie es unter dem National Defense Authorization Act definiert wird", heißt es.

Abzuwarten bleibt, wie die kommende Biden-Administration in den nächsten Monaten den Handelskrieg mit China weiterführen wird. Womöglich erledigt sich das Thema für Xiaomi auch von allein.

(mma)