Smarter Lautsprecher Harman Kardon Invoke: Cortana wird per Update abgeschaltet

Microsoft und Harman Kardon schalten Cortana auf dem Invoke-Lautsprecher ab. Wer sich gegen das Update wehrt, verliert weitere Funktionen.

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Weil Microsoft Cortana abschaltet, wird der Harman Kardon Invoke per Update stummgeschaltet.

(Bild: Harman Kardon)

Von
  • Daniel Herbig

Der Smart Speaker Invoke von Harman Kardon lief im Gegensatz zur Konkurrenz weder mit Alexa noch mit dem Google-Assistant, sondern mit Cortana – eine Entscheidung, die der Hersteller mittlerweile bereuen dürfte. Microsoft zieht der ursprünglichen Version der Sprachassistentin nämlich den Stecker.

Davon sind nicht nur die Apps für iOS und Android betroffen, auch der smarte Lautsprecher von Harman Kardon steht auf der Abschussliste. Ab dem 10. März verteilen Microsoft und Harman Kardon ein Update für den Invoke, das Cortana für immer zum Schweigen bringt. Darüber hinaus deaktiviert das Update auch die komplette WLAN-Funktion des Invoke, danach kann der Smart Speaker nur noch per Bluetooth verwendet werden.

Weil der Invoke nie in Deutschland verkauft wurde, dürften nur wenige deutsche User betroffen sein. Das Vorgehen von Microsoft und Harman Kardon ist dennoch interessant: Das Update, das Cortana abschalten soll, steht nämlich nur für einen begrenzten Zeitraum bereit. Besitzer eines Invoke müssen das Update bis zum 31. August auf ihren smarten Speaker laden. Verstreicht diese Frist ohne die Installation des Updates, wird der Lautsprecher unbrauchbar.

In diesem Fall schaltet Harman Kardon nämlich zusätzlich zu Cortana und den Wi-Fi-Funktionen auch Bluetooth ab. Weil der Invoke keine Klinkenbuchse hat, kann er danach also gar nicht mehr genutzt werden. Sich gegen das Update zu wehren – etwa indem man den Lautsprecher bis zum Stichtag ausschaltet – ist also keine gute Idee. User in den USA werden von Microsoft immerhin mit einer Geschenkkarte im Wert von 50 US-Dollar für die bevorstehenden Änderungen entschädigt.

Harman Kardon hat den Invoke im Mai 2017 angekündigt: Damals war der Invoke der erste Lautsprecher mit Microsofts Sprachassistentin. Heute ist klar: Der Invoke war auch der letzte Cortana-Lautsprecher. Cortana konnte sich auf dem Endkunden-Markt nie gegen die Konkurrenz durch Alexa und den Google Assistant durchsetzen.

Im vergangenen Sommer gab Microsoft schließlich bekannt, dass Cortana neu ausgerichtet wird: Die Assistentin wird als Helfer-KI für den Produktivitätseinsatz umgebaut und etwa in Office 365 integriert. Auf Lautsprechern hat Cortana zumindest nichts mehr verloren.

(dahe)