Harvester und Rancher Desktop: Suse legt neue Werkzeuge für hybride Clouds auf

Suses wachsende Cloud-Sparte bringt neue Werkzeuge zum Einrichten von Kubernetes-Umgebungen auf den Open-Source-Markt. Für lokale Tests gibt es Rancher Desktop.

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(Bild: Tommy Lee Walker / Shutterstock.com)

Von
  • Jan Mahn

In Vorbereitung auf die KubeCon North America, die Kubernetes- und Cloud-Konferenz der CNCF, hat das deutsche Unternehmen Suse zahlreiche Ankündigungen für Admins von Kubernetes-Umgebungen gemacht und einen ganzen Open-Source-Werkzeugkasten vorgestellt. Die ehemals ausschließlich für ihr Enterprise-Linux bekannten Nürnberger bei Suse machen damit klar: Das Geschäft mit der Cloud ist ein wichtiges Standbein und das 2020 eingekaufte Start-up Rancher Labs der Antreiber für diesen Geschäftsbereich.

Ein neues Open-Source-Projekt heißt Rancher Desktop und richtet sich an Entwickler, die eine lokale Kubernetes-Testumgebung auf dem Entwickler-Mac oder -PC brauchen. Unter Windows läuft Rancher Desktop im Windows Subsystem for Linux (WSL). Eine solche Kubernetes-Testumgebung liefert bisher schon Docker Desktop für Windows und macOS, Rancher Desktop soll unter anderem Experimente mit verschiedenen Kubernetes-Versionen und den schnellen Wechsel zwischen diesen möglich machen. Den aktuellen Entwicklungsstand gibt es bei GitHub zu sehen.

Für die Verwaltung von Helm-Paketen und ihren Abhängigkeiten hat sich Rancher das Projekt Hypper ausgedacht. Die Software basiert auf dem offiziellen Helm-SDK und rüstet unter anderem ein Konzept nach, das geteilte Abhängigkeiten kennt. Braucht man im Cluster beispielsweise Prometheus, kann Hypper sicherstellen, dass das Helm-Chart dafür nur einmalig installiert wird, auch wenn mehrere Anwendungen Prometheus als Abhängigkeit fordern. Mit Helm allein sind solche Auflösungen von Abhängigkeiten nicht möglich.

Das dritte große Projekt aus dem Hause Suse und Rancher heißt Harvester. Es soll die Einrichtung von virtuellen Maschinen vereinfachen und so abstrahieren, dass das Bestellen von VMs sich nicht anders anfühlt als das Starten von Containern in Kubernetes.

Harvester bringt eine eigene Oberfläche zum Verwalten von virtuellen Maschinen mit.

(Bild: Harvester)

Software, um solche Systeme einzurichten, auch als Hyperkonvergente Infrastruktur (HCI) bezeichnet, gibt es bereits von kommerziellen Anbietern. Dass Suse mit einer vollständigen Open-Source-Lösung reagiert, kann als Kampfansage verstanden werden. Harvester basiert auf der Open-Source-Software Kubevirt, bekommt eine eigene Weboberfläche, ein REST-API und soll in die Oberfläche von Rancher integriert werden.

(jam)