heise meets…Gaia-X – macht Europa Wettbewerbsfähig

Gaia-X ist keine neue Cloud Plattform und wird auch nicht der europäische Hyperscaler. Was Gaia-X tatsächlich ist, erläutern wir im Gespräch mit Andreas Weiss.

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Von
  • Gisela Strnad

Einen Irrglauben wollen wir gleich am Anfang ausräumen: Gaia-X ist keine ausschließliche neue Cloudlösung und soll auch nicht der neue europäische Hyperscaler werden. Andreas Weiss stellt klar "Die Fragestellung war, wie gehen wir mit Mechanismen wie Daten-Souveränität, Innovationsförderung und Datenverfügbarkeit in Zukunft um?" – Wir müssen dezentrale Verarbeitungsmechanismen bedenken, die weiter gehen als ein zentralistischer Cloud-Einsatz. Inhaltlich arbeiten Hyperscaler sehr gut. Die Probleme entstehen, wenn mit verschieden Anbietern von Cloud-fähigen Services gearbeitet werden soll, hier muss ein gemeinsamer Nenner über Interoperabilität und Portabilität gefunden werden. Wenn zukünftig mehrere 1.000 Akteure gemeinschaftlich zusammenarbeiten, muss dies offen gestaltet werden und dem gleichen Regelwerk folgen.

Andreas Weiss, eco-Verband der Internetwirtschaft und Member im Gaia-X Konsortium.

Der Nutzwert und die Weiterentwicklung von Gaia- X wird regelmäßig in dafür vorgesehenen Gremien diskutiert. Er besteht im weitesten Sinn darin, dass Anbieter ihre Services nach den europäischen Standards von Gaia-X anbieten können und sie damit mit dem Ökosystem kompatibel sind. Gaia-X fördert verschiedene Konzepte und Standards wie beispielsweise das Open-Source-Prinzip, Interoperabilität und Datenschutz nach DSGVO-Standard. Diese Unternehmen haben sich dann auf Technologievorgaben eingelassen, die es Ihnen ermöglichen, ein Ökosystem aufzubauen, an dem sehr viele Akteure einheitlich teilnehmen können. Erste Anwendungsbeispiele gibt es bereits. Ein Beispiel ist das Leuchtturmprojekt Catena-X – in dem sich Unternehmen und weiteren KMU´s, miteinander vernetzen; vermehrt Unternehmen der Automobilwirtschaft. Ziel ist die offene und souveräne Ausgestaltung zur Nachverfolgung von Lieferketten oder dem Monitoring des CO₂-Fußabdrucks. Es werden Harmonisierungseffekte erzeugt, die zusätzliche Möglichkeiten der Kooperation bieten.

Großkonzerne sind heute nicht die absoluten Innovationstreiber, sagt Andreas Weiss. Innovationen werden vielmehr von Start-ups, Scale-ups und deren Datascientists und KI-Entwicklern erarbeitet. Innovative Ökosysteme müssen durch Gaia-X ermöglicht werden, um in Zukunft neue Services bereitzustellen und zu orchestrieren. Diese werden dann für den Aufbau neuer Geschäftsmodelle weiterentwickelt.

Gaia-X ist ein Langlaufprojekt, was hoffentlich auch durch die neue Regierung weiter unterstützt wird und bessere Wege der Digitalisierung aufzeigt.

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(kbe)