Historische Deepfakes: Deep Nostalgia animiert Familienfotos und Portraits

MyHeritage, eine Webseite für Ahnenforschung, erweitert ihr Angebot um eine KI-Software, die Gesichter von Personen auf Familienfotos animiert.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 17 Beiträge

(Bild: MyHeritage)

Von
  • Madeleine Domogalla

Mit Deep Nostalgia können auf MyHeritage registrierte Nutzer alte Fotos ihrer Vorfahren in animierte Bilder umzuwandeln. Zur Animation verwendet der Dienst Deepfake-Algorithmen, die die auf Fotos abgebildeten Personen mit einer Kopfbewegung, einem Zwinkern oder einem Lächeln versehen.

MyHeritage ist ein Service, der Nutzer bei der Ahnenforschung und dem Anlegen von Stammbäumen unterstützt. Die Webseite bietet dafür beispielsweise DNA-Kits zur Analyse an. Die für denen neuen Service verwendete Software geht auf das in Tel Aviv ansässige und auf die Entwicklung von Deidentifikationssoftware spezialisierte Unternehmen D-ID zurück. Deepfake bezeichnet verschiedene Verfahren, um mithilfe von KI- oder Machine-Learning-Verfahren erstellt Videos zu erstellen, die aus verschiedenen Inhalte zusammenführt wurden und trotzdem authentisch wirken.

Nutzer können auf der Webseite Farb- oder Schwarz-Weiß-Fotos hochladen, die ein Algorithmus im Anschluss analysiert. Erkannte Gesichter versieht die Software mit einer Animation. Alle Gesichtsanimationen basieren auf kleinen Referenzvideos von MyHeritage-Mitarbeitern, die mit ihren Bewegungen den Personen auf den Fotos Bewegungen verleihen. Zum jetzigen Zeitpunkt lassen sich lediglich die Gesichter einzelner Personen animieren – nacheinander, nicht gleichzeitig.

Aber nicht nur Fotos, sondern auch Ölgemälden und Büsten lässt sich mit dieser Software Leben einhauchen. Auf Twitter findet sich eine bunte Sammlung an animierten Bildern, neben Familienfotos auch Animationen von Alexander der Große oder Michelangelos David. Einen Eindruck bietet das folgende Video:

Nutzer veröffentlichen mit Deep Nostalgia animierte Beiträge unter anderem auf Youtube. (Quelle: RYAN BGSTL)

Um Missbrauch zu vermeiden, enthalten die kurzen Animationen keine Sprache. Das Unternehmen legt Nutzern nahe, diese Funktion nur für eigene historische Fotos zu verwenden. Wer Deep Nostalgia nutzen möchte, muss sich ein Benutzerkonto anlegen. Bezahlende Kunden können beliebig viele Fotos hochladen, nicht kommerzielle Nutzer hingegen nur fünf. Die Ergebnisse können sie im Anschluss über diverse Social-Media-Kanäle wie Twitter, Instagram und Facebook teilen. Die Betreiber von MyHeritage versichern, die Privatsphäre zu wahren und die Fotos und Videos nicht an Dritte weiterzugeben. Nähere Informationen finden sich auf der offiziellen Webseite.

(mdo)