Höherer CO2-Preis, Schluss mit Kohle: VW-Chef will nach Wahl mehr Klimaschutz

Während in Berlin noch unklar ist, wer bald über die Regierungsbildung verhandelt, macht Herbert Diess schon konkrete Vorschläge für den Koalitionsvertrag.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 112 Beiträge

(Bild: Smile Fight/Shutterstock.com)

Von
  • Martin Holland

Der Vorstandschef von Volkswagen, Herbert Diess, hat zehn konkrete Vorschläge dafür gemacht, wie die neue Bundesregierung den Kampf gegen Klimawandel forcieren kann. In den nun anstehenden Koalitionsverhandlungen solle demnach über eine deutliche Erhöhung der CO2-Preise von aktuell 25 Euro pro Tonne auf 65 Euro ab 2024 gesprochen werden: "Nur spürbare Maßnahmen bringen die Dekarbonisierung voran", begründet er das auf Twitter. Bis 2025 soll der Preis gegenwärtig lediglich auf 55 Euro steigen. Weiterhin fordert Diess ein Ende der Subventionen für fossile Kraftstoffe und einen früheren Ausstieg aus der Kohle.

Zu den vom Volkswagen-Chef gemachten Forderungen gehört weiterhin ein verstärkter Ausbau erneuerbarer Energien auf 255 Gigawatt bis 2030 – aktuell sind es rund 130 Gigawatt. Die Förderung von Dienstwagen solle künftig auf Elektroautos konzentriert werden und die Kaufprämie für solche Fahrzeuge bis 2025 beibehalten werden. Die Ladeinfrastruktur für E-Autos und E-Lkw müsse masiv gefördert und ausgebaut werden. Grüner Wasserstoff sei zu kostbar für die Nutzung im Verkehr und solle für die Dekarbonisierung von Schwerindustrien verwendet werden.

Um Städte lebenswerter zu machen, sollten Fahrräder, E-Bikes und Carasharing-Dienste mit Elektroautos gefördert werden. Der Zugang zu Fahrzeugdaten müsse geregelt werden und autonomes Fahren sei die Zukunft. Deswegen müsse 5G flächendeckend ausgebaut werden.

Mit den Forderungen reiht sich Diess in die Liste der Wirtschaftsvertreter und -vertreterinnen ein, die konkrete Forderungen an die Vertreter der Bundestagsparteien stellen, die nun über eine Regierungsbildung verhandeln müssen. Am Montag hatten schon Wirtschaftsverbände vor einer langen Regierungsbildung nach der Bundestagswahl gewarnt. Auch dabei war der Klimawandel als eine der wichtigsten Herausforderungen genannt worden, außerdem noch der digitale Wandel und geopolitische Krisen. Auch wenn Diess das bei seinen Forderungen an die Koalitionsverhandlungen nicht dazu schreibt, würde sein Konzern stark davon profitieren, würde seinen Vorschlägen Folge geleistet. Immerhin setzt Volkswagen unter ihm inzwischen voll auf Elektromobilität.

(mho)