Hohes Wachstum: Cloud-Ausgaben überholen alle anderen IT-Investitionen

IDC-Analysten prognostizieren dem Markt für Compute- und Storage-Infrastruktur ein zweistelliges Wachsum. Der Löwenanteil entfällt dabei erstmals auf die Cloud.

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(Bild: Shutterstock/Milos Milosevic)

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  • André von Raison

Laut IDCs jüngstem Worldwide Quarterly Enterprise Infrastructure Tracker stiegen trotz der Störungen in den globalen Lieferketten die Ausgaben für Rechen- und Storage-Produkte für Cloud-Umgebungen im ersten Quartal 2022 im Vergleich zum Vorjahr um 17,2 Prozent auf 18,3 Milliarden US-Dollar. Die Investitionen in Nicht-Cloud-Infrastrukturen stiegen im selben Zeitraum um 9,8 Prozent auf 14,8 Milliarden US-Dollar. Durch das unterschiedlich starke Wachstum werden die IT-Käufer weltweit in diesem Jahr 2022 erstmals mehr für Cloud-Infrastruktur ausgeben als für andere Szenarien.

Die Analysten ordnen dabei zwei Bereiche der Cloud zu: gemeinsame (öffentliche) Cloud-Services und dedizierte (private) Cloud-Angebote. Letztere erhalten Unternehmen im Rahmen von Subscriptions oder Managed-Service-Verträgen. Auch hier unterscheiden sich die Wachstumsraten: Während die gemeinsamen Services um 15,7 Prozent auf 12,5 Milliarden US-Dollar zulegten, wuchs der Markt für dedizierte Cloud-Infrastruktur um 20,5 Prozent auf 5,9 Milliarden US-Dollar.

IDC prognostiziert eine anhaltende Nachfrage nach Shared-Cloud-Infrastrukturen und erwartet, dass die Ausgaben dafür im Jahr 2022 erstmals die für Nicht-Cloud-Infrastrukturen übertreffen werden. Für das Gesamtjahr 2022 rechnet IDC mit einem Anstieg der Ausgaben für Cloud-Infrastrukturen um 22 Prozent gegenüber 2021 auf 90,2 Milliarden US-Dollar, von denen knapp 64 Milliarden auf die gemeinsam genutzten Infrastrukturen entfallen – die höchste jährliche Wachstumsrate seit 2018. Der Bereich der Nicht-Cloud-Infrastrukturen könnte demnach um 1,8 Prozent auf 60,7 Milliarden US-Dollar wachsen. Als Gründe für die Gesamtentwicklung sieht IDC den zunehmenden Inflationsdruck sowie Verbesserungen in der Lieferkette im zweiten Halbjahr.

Auch auf längere Sicht wird sich das Marktvolumen weiter in Richtung Cloud-bezogene Beschaffungen verschieben.

(Bild: IDC)

Langfristig erwartet IDC für den Gesamtmarkt Compute- und Storage-Infrastruktur im Prognosezeitraum 2021–2026 ein Wachstum auf rund 208 Milliarden US-Dollar – davon 145,2 Milliarden Cloud und 63,1 Milliarden Non-Cloud. Auf gemeinsam genutzte Cloud-Infrastrukturen werden 72,6 Prozent des gesamten Cloud-Betrags entfallen, mit einem durchschnittlichen Jahreszuwachs von 15,4 Prozent. Bei den Nicht-Cloud-Infrastrukturen wird sich das Wachstum weiter verlangsamen. Hier sieht IDC nur noch einen jährlichen Zuwachs von 1,2 Prozent bis 2026. Mehr Details zum aktuellen Markt finden sich in der Analyse der Marktforscher.

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(avr)