Homeoffice und die Sehnsucht nach mehr Kontakt

Schwindet der Zusammenhalt, wenn alle zu Hause arbeiten?​ Dieser Frage ging Atlassian im Rahmen seiner Studie "Reworking Work" nach.

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(Bild: Aleksey Boyko/Shutterstock.com)

Von
  • Bert Ungerer

Wenn immer mehr im Homeoffice gearbeitet wird, gerät die Teambildung in Gefahr. Unternehmen sollten ihren im Homeoffice Beschäftigten daher neben den arbeitsrelevanten Werkzeugen auch Möglichkeiten der informellen Kommunikation zur Verfügung stellen. Das hat eine Studie von Atlassian ergeben. Der Hersteller von Kollaborationswerkzeugen wie Trello und Confluence sieht Begegnungen und Gespräche innerhalb der Belegschaft als maßgebliche Komponenten der Unternehmenskultur an.

Immer mehr Arbeitskräfte können und wollen ganz oder zumindest teilweise im Homeoffice arbeiten. Das bestätigen laut der aktuellen Studie Reworking Work von Atlassian fast neun von zehn Wissensarbeitern in Deutschland (87 Prozent). Viele Unternehmen haben die technischen Voraussetzungen dafür geschaffen und das Arbeiten im Homeoffice liegt im Trend. Das hat nach Erkenntnissen von Atlassian Folgen für Zusammenarbeit und Miteinander.

Das Ergebnis der Studie: Die Befragten verbringen weniger Zeit mit informellen Gesprächen (45 Prozent) und mit organisierten Treffen (55 Prozent). 40 Prozent finden, dass die sozialen Interaktionen innerhalb ihrer Abteilung gelitten haben, nur 15 Prozent spüren eine Verbesserung. Nur gut jeder zweite Befragte (55 Prozent) hat das Gefühl, dass sein Team zusammenhält und eine Einheit bildet – ein Rückgang um vier Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr.

Atlassian sieht Unternehmen daher in der Pflicht, Interaktionen zwischen Mitarbeitern zu fördern und ihnen dafür die richtigen Tools für Videokonferenzen, Chat- oder Messenger-Dienste zur Verfügung zu stellen. Die Beteiligten sollen ohne größeren Aufwand arbeitsbezogene Fragen stellen oder auch informell miteinander umgehen können. Gleichzeitig müsse aber auch die knapper werdende gemeinsam im Büro verbrachte Zeit neu strukturiert werden. Es biete sich an, Zusammenkünfte für kreative Prozesse zu verwenden, denn laut Studie verzeichnen 41 Prozent der Befragten einen Rückgang der mit Brainstorming-Sessions verbrachten Zeit.

Atlassian gibt zu bedenken, dass in informellen Gesprächen oft auch arbeitsrelevante Informationen und spannende Gedanken ausgetauscht werden und sie zudem die Beziehungen zwischen Mitarbeitern stärken. Dies wirke sich positiv auf die Zusammenarbeit aus und damit auf die Arbeitsergebnisse. Deshalb sollten Manager, besonders in verteilt arbeitenden Belegschaften, Möglichkeiten zum Austauschen schaffen und den internen Zusammenhalt fördern, damit trotz räumlicher Distanz die menschliche Nähe nicht verloren geht.

Im Rahmen seiner Studie Reworking Work hat Atlassian im Sommer 2021 in sechs Ländern (Australien, Deutschland, Frankreich, Indien, Japan und den USA) 6192 Wissensarbeiter befragen lassen, die in den letzten zwölf Monaten zumindest zeitweise remote tätig waren. In Deutschland haben 1045 Betroffene teilgenommen.

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