Homeoffice wird viel gewünscht, außer von Führungskräften

Heimarbeit ist stark gewachsen, viele können sich vorstellen, auch nach der Coronoakrise im Homeoffice zu sitzen. Von Führungskräften ist das weniger gewünscht.

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(Bild: Shutterstock/Andrey_Popov)

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  • Andreas Wilkens

In diesem Jahr haben 32 Prozent der Berufstätigen zu Hause oder mobil gearbeitet, also im Homeoffice, wie es die Initiative D21 zusammenfasst. Sie hat im vergangenen Frühsommer vom Beratungsunternehmen Kantar 1154 Berufstätige und Auszubildende befragen lassen und so herausgefunden, dass sich die Zahl der Homeoffice-Werktätigen gegenüber 2019 verdoppelt hat.

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36 Prozent der befragten Berufstätigen mit Bürojob wollen demnach künftig mindestens die Hälfte der Arbeitszeit von zu Hause aus arbeiten. 51 Prozent der Befragten mit Homeoffice-Erfahrung können sich vorstellen, den Anteil der Heimarbeit auszuweiten. Unter den befragten Führungskräften aus allen Branchen und Tätigkeiten gaben hingegen 25 Prozent den Wunsch an, dass ihre Mitarbeiter:innen nach der Corona-Krise mehr im Homeoffice arbeiten sollten als vorher.

"Die Erfahrungen der Berufstätigen im Corona-Jahr 2020 zeigen, dass die Barrieren für Homeoffice in der Vergangenheit weniger in der Hardware lagen als in den Köpfen vieler Führungskräfte", kommentiert Hannes Schwaderer, Präsident der Initiative D21 . Das digitale Arbeiten werde zum Kulturwandel im Berufsleben führen, der alle Beteiligten in den nächsten Jahren herausfordern werde.

34 Prozent der Befragten arbeiten seit der Pandemie erstmals im Homeoffice. Von den erfahrenen Nutzer:innen haben 38 Prozent mehr Homeoffice gemacht als vorher. 59 Prozent fand die Arbeit im Homeoffice teilweise effizienter, weil es weniger Ablenkung gab. Einen großen Vorteil des Homeoffice sehen 63 Prozent der befragten Berufstätigen in Bürotätigkeit in der größeren Flexibilität bei der Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben. 64 Prozent fühlen sich von den Arbeitgeber:innen beim Umstieg ausreichend unterstützt.

Homeoffice 2020 – Umfrageergebnisse der Initiative D21 und Kantar (4 Bilder)

(Bild: Initiative D21 / Kantar)

74 Prozent der Befragten, die während der Corona-Pandemie zu Hause arbeiteten, bewerteten die technische Ausstattung durch ihr Unternehmen als ausreichend. Der Anteil der Berufstätigen mit Bürojob, denen das Unternehmen einen Fernzugang/VPN, einen Videokonferenzdienst oder Kollaborationstools zur Verfügung gestellt hat, hat sich gegenüber 2019 jeweils ungefähr verdoppelt. Die Ausstattungsquote stieg sowohl beim Fernzugang/VPN als auch bei Videokonferenzdiensten auf 33 Prozent sowie bei Kollaborationstools für gemeinsames Arbeiten in Dokumenten auf 26 Prozent.

"Die Krise wird zur Chance: Firmen und Behörden bauen im Eiltempo die notwendige Infrastruktur auf und können so zukünftig flexibler agieren. Das macht die deutsche Wirtschaft widerstandsfähiger", sagt Thomas Jarzombek, Beauftragter des Bundeswirtschaftsministeriums für Digitale Wirtschaft und Start-ups.

Die 1999 in Berlin gegründete Initiative D21 hat sich zum Ziel gesetzt, "die digitale Spaltung der Gesellschaft zu verhindern", wie es in der Selbstbeschreibung heißt. An dem Verein beteiligen sich rund 200 Mitgliedsunternehmen und -organisationen aller Branchen sowie politische Partner von Bund und Ländern.

(anw)