Huawei will 2021 Harmony OS 2.0 auf Smartphones und Tablets bringen

Im Rahmen der Huawei Developer Conference hat der chinesische Hersteller eine Roadmap für Harmony OS angekündigt.

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(Bild: Rad K/Shutterstock.com)

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  • Rainald Menge-Sonnentag

Auf der Keynote der Huawei Developer Conference 2020 <HDC.Together> hat der chinesische Hersteller konkrete Pläne für die Zukunft des eigenen Betriebssystems Harmony OS vorgestellt. Das derzeit auf Fernsehgeräte ausgelegte System soll ab 2021 auf Smartphones und Tablets laufen.

Entwickler sollen bereits ab Dezember eine Beta testen können, für Smart TVs und Watches hat Huawei die Entwicklerversion parallel zur <HDC.Together> veröffentlicht. Zusätzlich erscheinen jeweils passende SDKs, Entwicklertools, Emulatoren und Dokumentationen.

Huawei legt den Sourcecode des Betriebssystems unter dem Dach der OpenAtom Foundation offen, deren Site derzeit augenscheinlich ausschließlich in Chinesisch verfasst ist, und hat auf der Entwicklerkonferenz die Roadmap für OpenHarmony gezeigt. Ab sofort steht das erste Release zur Verfügung, das aufgrund der Historie des Systems auf Smart Devices auf Geräte mit einem Speicher von 128 KByte bis 128 MByte RAM ausgelegt ist.

OpenHarmony soll gestaffelt nach RAM-Ausbau der Zielgeräte ab sofort bis Oktober 2021 erscheinen.

(Bild: Huawei)

Im April 2021 soll OpenHarmony für Geräte bis zu einer Größe von 4 GByte RAM erscheinen und im Oktober 2021 eine Version folgen, die auch einen höheren Speicherausbau unterstützt. Der Sourcecode ist in einem Repository auf Gitee zu finden, einem chinesischen Versionsverwaltungsdienst, der mit GitHub oder GitLab vergleichbar ist.

Harmony OS 2.0 setzt auf eine verteilte Architektur in mehreren Bereichen: Neben einem Distributed Virtual Bus für die Netzwerkverbindung enthält es Konzepte für das verteilte Datenmanagement und Distributed Security. Mit dem Fokus auf die Verteilung soll das eigene System nicht nur das vorhandene Smartphone-Betriebssytem – also Android – ersetzen, sondern das Konzept ausbauen.

Das Ökosystem für Harmony OS 2.0 sieht eine verteilte Architektur vor.

(Bild: Huawei)

Der Distributed Virtual Bus soll passende Geräte automatisch über Self-Discovery und Self-Networking miteinander verbinden und beim Übertragen von Bildschirm- oder Audioinhalten die Verzögerungen dynamisch kalibrieren. Die Verbindung setzt auf konvergente Netze aus WiFi und Bluetooth.

Das integrierte verteilte Security-Konzept setzt auf eine Zuordnung zu Nutzern und Endgeräten. Einzelne Anwendungen können eine Authentifizierung für unterschiedliche Sicherheitsanforderungen verlangen, und das System verwaltet die einzelnen Methoden.

Harmony OS verwaltet die Authentifizierungsanforderungen und -methoden.

(Bild: Huawei)

Auch wenn Richard Yu, Chef des Verbrauchergeschäfts von Huawei, auf der Keynote die ersten Harmony-OS-Smartphones für 2021 angekündigt hat, blieb offen, ob die Ankündigung sich nur auf den chinesischen oder den internationalen Markt bezieht. Auch gab Yu keine klare Aussage dazu, ob das eigene Betriebssystem auf Huawei-Geräten radikal Android ablöst oder ein sanfter Umstieg, Wahlmöglichkeiten für Nutzer oder Dual Boot geplant sind.

Die konkrete Umsetzung dürfte durchaus auch von der weiteren Entwicklung des Handelsstreits und den damit verbundenen Sanktionen zwischen den USA und China abhängen. Im August war die Ausnahmeregelung ausgelaufen, die Huawei Geschäfte mit US-Unternehmen erlaubte.

Neben dem eigenen Betriebssystem hat Huawei auf der Entwicklerkonferenz Version 5.0 des auf Android aufgesetzten Mobile-Service-Frameworks HMS Core angekündigt, das zahlreiche Ergänzungen bei den APIs enthält, die unter anderem auf die Integration für 5G-Geräte zielen.

(rme)